Oscar-Verleihung 2017

Eine Nacht, die in Erinnerung bleibt

27.02.2017

Die Oscar-Verleihungist für die Filmwelt immer die Nacht der Nächte. Über die diesjährige Preisverleihung wird man noch eine Weile reden und das nicht, weil ein politischer Schatten auf der Veranstaltung lag, sondern wegen einer massiven Panne.

Oscar-Verleihung in Los Angeles

In diesem Jahr hat die Oscar-Verleihung selbst schon genügend Stoff geboten, um einen eigenen Film daraus zu drehen: Tränen, Liebesbeweise, ein bisschen Politik sowie einen Skandal. Die Oscars, der wichtigste Filmpreis der Welt, sind bereits zum 89. Mal verliehen worden.

Mein Oscar, dein Oscar

Von diesem Skandal werden Kinofans wohl noch Jahre sprechen, denn so etwas gab es noch nie. Der Laudator Warren Beatty hatte den falschen Briefumschlag bekommen. So las er als Gewinner den Musicalfilm „La La Land“ vor. Nachdem das Team schon auf der Bühne stand und sich artig bedankte, kam der Sicherheitsdienst auf die Bühne und es wurde ein neuer Umschlag durchgereicht.

Das Team von „La La Land“ klärte das Missverständnis auf und rief den eigentlichen Gewinner „Moonlight“ auf die Bühne. Das Team konnte das zunächst nicht glauben und blieb sitzen. „Moonlight“ ist ein schwarzes Schwulen-Drama des Regisseurs Barry Jenkins. Jenkins ist der erste schwarze Regisseur, der jemals einen Oscar erhielt.

Gewinner als Statement

Im vergangenen Jahr hatte noch der Hashtag #Oscarssowhite die Runde gemacht. Insgesamt haben in diesem Jahr drei Schwarze einen Oscar entgegen nehmen dürfen: Außerdem noch Viola Davis als beste Nebendarstellerin in „Fences“ und Mahershala Ali als bester Nebendarsteller in „Moonlight“.

Emma Stone ist mit ihrer Rolle in „La La Land“ beste Schauspielerin geworden. Casey Affleck überzeugte die Academy in „Manchester by the Sea“. Überraschend war, dass nicht die deutsche Maren Ade mit ihrem Film „Toni Erdmann“ in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ gewann. Der Film galt lange als Favorit. Als politisches Statement kürte die Academy den iranischen Film „The Salesman“ zum besten fremdsprachigen Film.

Mauern, die eingerissen werden

Regisseur Asghar Farhadi ist bei der Preisverleihung jedoch nicht erschienen. Das war sein Protest, um gegen das ursprünglich von Präsident Trump verhängte Einreiseverbot zu protestieren. Schon vorher hatte man den diesjährigen Oscars vorhergesagt, dass sie ziemlich politisch werden würden. Wie politisch die Oscar-Verleihung im Endeffekt war, hat unsere Kinokritikerin Anna Wollner im Interview mit detektor.fm-Moderator Alexander Hertel erklärt.

Spider-ManJimmy Kimmel als diesjähriger Oscar-Host hatte das "Trump-Bashing" als roten Faden.Anna Wollnerhat die Oscar-Nacht natürlich durchgemacht.  

Redaktion: Conny Poltersdorf