“Pfand gehört daneben” – Facebook-Kampagne kämpft für die Würde von Pfandsammlern

23.11.2011

Pfandsammler wühlen im Müll, um an Flaschen und damit ein paar Cent Pfand zu kommen. Das ist demütigend, fand eine Gruppe Berliner und gründete "Pfand gehört daneben" - mit enormen Erfolg...

Mit Pfandflaschen lässt sich gerade in Großstädten zumindest ein bisschen Geld verdienen. Foto: © twicepix/ flickr.com

Pfandsammler sind nicht mehr nur ein urbanes Phänomen. Und es sind längst nicht mehr nur Obdachlose, die an Bahnhöfen, in Parks und in Fußgängerzonen Müllbehälter auf der Suche nach den wertvollen Pfandflaschen durchwühlen. Es geschieht dies meist aus existentieller Not. Doch machen sie sich damit sogar noch einer Ordnungswidrigkeit strafbar.

Das ist demütigend und menschenünwürdig, finden die Initiatoren von „Pfand gehört daneben“. Die Facebook-Gruppe will sich für Pfandsammler einsetzen und ruft dazu auf, Pfandflaschen neben Mülleimern abzustellen, anstatt sie hinein zu werfen. Das ist simpel, aber effektiv: Damit soll Obdachlosen und anderen Pfandsammlern der demütigende Griff in den Abfall erspart bleiben. In nur wenigen Tagen fand die Gruppe nun bereits über 4.000 Unterstützer.

Über „Pfand gehört daneben“, die Argumente dafür und dagegen und die Situation für Flaschensammler in Deutschland haben wir mit einem der Initiatoren des Aufrufs gesprochen, die aber gern anonym bleiben möchten.