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Polyamorie – Liebe außerhalb der Norm?

Reden wir über Beziehungen, dann reden wir fast immer auch über die Zahl „Zwei“. Polyamorie widerspricht dem Bild der klassischen Zweierbeziehung. Ist der Mensch womöglich gar kein monogames Wesen – und das alles nur antrainiert?

Drei Personen, eine große Liebe – davon handelt Tom Tykwers Film „Drei“. Er zeigt eine Konstellation von zwei Männern und einer Frau, die allesamt Gefühle füreinander entwickeln. Das Phänomen wird heute als Polyamorie bezeichnet: eine Liebesbeziehung zwischen mehr als zwei Personen.

Monogamie als kulturell geformter Wert?

Christian Klesse - beschäftigt sich mit nicht-monogamen Lebensweisen.

beschäftigt sich mit nicht-monogamen Lebensweisen.
Christian Klesse

Diese Beziehungsart ist nicht ganz neu. So hatten schon Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir Verbindungen mit mehreren Partnern.

Auch in anderen Kulturkreisen sind nicht-monogame Beziehungsformen weiter verbreitet, als bei uns. Der Begriff Polyamorie ist aber erst 1990 entstanden. Seit dieser Zeit bekommt das Thema auch in unserer Kultur mehr und mehr Aufmerksamkeit.

Aber warum sind Zweier-Beziehungen überhaupt die Norm in unserer Gesellschaft und wie verbreitet sind Partnerschaften mit mehreren in anderen Kulturen? Das haben wir den Sozialwissenschaftler Christian Klesse gefragt.

Polygame Lebensformen sind global sehr weit verbreitet. – Christian Klesse.