Privat war gestern: Vom Verlust der Privatsphäre durch das Internet

28.10.2011

Soziale Netzwerke fordern immer mehr private Informationen von ihren Nutzern. Letztlich muss jeder einzelne selbst wissen, was er öffentlich macht - und was nur bestimmten Personen vorenthalten bleiben soll. Doch welche Folgen hat der zunehmende Verlust der Privatsphäre im Internet?

Die Privatsphäre Einstellungen beim sozialen Netzwerk Facebook sind oft versteckt. /Foto: © Luis Koppelmann/ dapd

Wie aus einer kleinen Geburtstagsparty in privater Atmosphäre ein Massenevent werden kann, hat vor vier Monaten der Fall Tessa deutlich gemacht: Die junge Hamburgerin wollte zusammen mit ihren besten Freunden ihren 16. Geburtstag feiern. Dazu erstellte sie eine Veranstaltung bei Facebook. Dabei hatte sie vergessen die Veranstaltung als „privat“ zu kennzeichnen. Die Folge: rund 1.500 Menschen wollten mitfeiern. Der Fall aus Hamburg ist mit Abstand der bekannteste, aber er war nicht der einzige, bei dem die oft nur schwer auffindbaren Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook zum Verhängnis wurden.

ist Rechtsanwalt und Co-Autor des Buches «Privat war gestern. Wie Medien und Internet unsere Werte zerstören.»Dominik Höchist Rechtsanwalt und Co-Autor des Buches «Privat war gestern. Wie Medien und Internet unsere Werte zerstören.» 

Man muss sich genau überlegen, was man postet und ob wirklich jeder die Urlaubsbilder vom letzten Mallorca-Urlaub sehen soll. – Dominik Höch

Dominik Höch ist Rechtsanwalt und Co-Autor des Buches „Privat war gestern. Wie Medien und Internet unsere Werte zerstören“. Darin geben Dominik Höch und der Medienwalt Christian Schertz Tipps, was man gegen den zunehmenden Einfluss des Internets auf die Privatsphäre tun kann. Denn sie vertreten die These, dass der ungewollte Verlust des Privaten katastrophale Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft hat.

Dominik Höch erklärt, warum die Überwachung in Zukunft aus seiner Sicht nicht im Internet, sondern auch im realen Leben Folgen haben kann.