Eine Prothese fürs Gehirn? – Forscher entwickeln erstmals Speicher-Implantat fürs Gedächtnis

06.07.2011

Forscher aus Kalifornien haben erstmals ein Implantat für Ratten entwickelt, das wie eine externe Festplatte Informationen aus dem Kurzzeitgedächtnis speichern und wieder ins Gehirn einspielen kann. Ein Durchbruch für den Kampf gegen Alzheimer und Demenz?

Noch viel Forschungsbedarf: Jede neue Erkenntnis über die Funktionsweise des Gehirns wirft neue Fragen auf. (© Monika Torloxten / pixelio.de

Die Neuro-Ingenieure der Wake Forest University speicherten die Nervenaktivität, die in den Gehirnen von Ratten ablief, während diese eine bestimmte Aufgabe absolvierten. Die Nervenaktivitäten konnten anschließend technisch simuliert und in das Gehirn der Ratten wieder eingespielt werden. Die Tiere konnten die Aufgabe daraufhin auf Anhieb besser lösen und sich an den Ablauf erinnern.

gründete das »Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen« an der Universität UlmProf. Manfred Spitzergründete das »Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen« an der Universität Ulm 

Der spannende Punkt ist: Den Forschern ist es gelungen, die Informationen darüber abzugreifen, wie das Gehirn mit seinen Nervenzellen Informationen speichert und weitergibt. Das ist ein wichtiger Schritt, um den Code des Gehirns zu verstehen. Dann kann man anfangen, die externen Informationen systematisch zu variieren.

sagt Professor Manfred Spitzer. Mit ihm haben wir über die Bedeutung der Studie für die Hirnforschung gesprochen sowie über die Chancen und Gefahren der Entdeckung.

Neuro-Ingenieuren der Wake Forest University ist es gelungen, ein Implantat herzustellen, das wie eine externe Festplatte bestimmte Informationen aus dem Kurzzeitgedächtnis speichern kann.