Randale im Hamburger Schanzenviertel – Politisches Statement oder Krawalltourismus?

06.09.2010

Die Bilanz der diesjährigen Randale im Schanzenviertel: 42 Festnahmen, 11 verletzte Polizisten und mehrere in Brand gesteckte Autos und Müllcontainer. Jedes Jahr zieht das Schanzenfest hunderte von gewaltbereiten Touristen in das Hamburger Viertel.

Eine junge Frau versucht das Feuer auszutreten. Die Anwohner wehren sich in diesem Jahr mehr denn je gegen die Randalierer. Foto: Philipp Guelland (ddp)

Jedes Jahr zum Ende des Sommers findet im Hamburger Schanzenviertel ein Straßenfest statt. Rund um die Rote Flora, das bekannte Zentrum der Linksautonomen in Hamburg, werden am Vormittag Markt- und Essensstände aufgebaut, die dann im Laufe des Nachmittags von zahlreichen jungen Familien und Interessierten aufgesucht werden.

ist seit Juli 2010 Polizeipressesprecher in Hamburg.© Polizei Hamburg Foto: LKA 38Mirko Streiberist seit Juli 2010 Polizeipressesprecher in Hamburg.© Polizei Hamburg Foto: LKA 38 

Seit 2003 hat sich im Rahmen des Straßenfests eine Tradition entwickelt, welche die Anwohner verärgert aber auch verängstigt. Hunderte von Randalierern treffen sich jedes Jahr am Abend nach dem Fest, um Unruhe zu stiften und ihre Gewaltneigung auszuleben. In diesem Jahr versuchen die Bewohner des Viertels aber auch die ortsansässigen, autonomen Gruppen die Randalierer daran zu hindern. Sie löschen brennende Autos oder Müllcontainer und versuchten die agressiven jungen Männer daran zu hindern, ihren Stadtteil zu verwüsten.

Ob die Gewalttäter damit wirklich ein politisches Statement vertreten oder einfach nur Spaß am randalieren haben, weiß Mirko Streiber von der Hamburger Polizei.

Hören Sie hier das Interview mit ihm:

Der Hamburger Polizeipressesprecher über die Ausschreitungen im Schanzenviertel