RTL attackiert die öffentlich-rechtlichen Digitalkanäle – Warum eigentlich?

13.01.2012

ARD und ZDF unterhalten eine ganze Reihe von digitalen Spartenkanälen. Den Privatsendern sind ZDFneo und Co. jedoch ein Dorn im Auge. Warum eigentlich?

Kuckt nicht gerne ZDFneo: RTL-Chefin Anke Schäferkordt. Foto: © Roberto Pfeil/dapd

Medienpolitikchef der RTL-Gruppe.Tobias SchmidMedienpolitikchef der RTL-Gruppe. 

Zu Beginn war der Jubel noch groß. Das ZDF, sonst eher berüchtigt für den Altersdurchschnitt seiner Zuschauer, startet einen Kanal für die junge Generation. Amerikanische Serien am laufenden Band, ohne Werbeunterbrechung oder nervige Nachrichten. Doch die Idee wurde zum Rohrkrepierer, genau so wie der Nachrichtenkanal einsExtra und andere digitale Spartenprogramme der öffentlich rechtlichen Sender.

Privatsendern wie RTL, die seit jeher erfolgreich Programm für die Zielgruppe der unter 50-Jährigen machen, sind diese Känale jetzt ein Dorn im Auge. Sie seien, so wird befürchtet, lediglich ein trojanisches Pferd mit dem die öffentlich-rechtlichen Sender ins Internet vordringen wollen, denn laut Rundfunkstaatsvertrag dürfen ARD und ZDF nur Beiträge online stellen, die vorher auch im TV zu sehen waren. Damit reiht sich RTL in die Gruppe der Kritiker ein, an deren vorderster Front Kurt Beck (SPD) steht. Beck ist ZDF-Verwaltungsratschef und Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder und forderte jüngst eine Abschaltung von vier Digitalkanälen so wie eine neue Kultur des Sparens.

Über die jüngsten Entwicklungen des Streits um die Digitalkanäle von ARD und ZDF haben wir Tobias Schmid gesprochen. Schmid ist Medienpolitikchef der RTL-Sendergruppe.

Tobias Schmid über den Streit zwischen RTL und den Öffentlich-rechtlichen