Runder Tisch sucht Strategien gegen Gewalt im Stadion

14.11.2011

Um über den Umgang mit gewaltbereiten Fußballfans zu beraten, trifft sich Innenminister Friedrich mit Vertretern von DFL, DFB, Polizei und Politik. Einzig die Fans fehlen am runden Tisch. Ein offener Brief fordert eine Diskussion auf Augenhöhe - und ein Ende der Stigmatisierung.

Dass Ultras aufwendige Choreografien planen und so maßgeblich zur Atmospähre im Stadion beitragen, wird in der Gewaltdebatte oft vergessen. Foto: © Sascha Schuermann/ddp

Nicht erst seitdem einige gewaltbereite Fans am Rande des Pokalspiels zwischen Borussia Dortmund und Dynamo Dresden randaliert haben, ist die Debatte um Gewalt im Fußball neu entfacht. Das mediale Echo ist breit, und die Berichterstattung zwingt die Verantwortlichen zum handeln.

ist Sportwissenschaftler, Historiker und Journalist.Diethelm Bleckingist Sportwissenschaftler, Historiker und Journalist. 

Am Montag kommt in Berlin ein „Runder Tisch“  auf Einladung von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zusammen. Das Expertengremium besteht unter anderem aus DFB-Präsident Theo Zwanziger und DFL-Chef Reinhard Rauball. Sie sollen Strategien entwickeln, um der befürchteten Gewaltwelle in deutschen Fußballstadien vorzubeugen und den Umgang mit gewaltbereiten Fans neu regeln. Dass die Maßnahmen auf drakonische Strafen wie lebenslange Stadionverbote hinauslaufen könnten zeigt die Tatsache, dass die Fans, allen voran die Vertreter der Ultra-Szene, gar nicht eingeladen wurden.

In einem offenen Brief fordern nun Sportwissenschaftler, Journalisten und Fankultur-Experten, dass der runde Tisch bei seinen Entscheidungen die Fans auf Augenhöhe mit einbezieht soll. Zu den Unterzeichnern dieses Briefes gehört Diethelm Blecking von der Uni Freiburg. Der Sportwissenschaftler fordert im Interview dazu eine Diskussion mit und nicht über die Fans.