Schach-WM | Wie bereiten sich Schach-Profis vor?

Auf den Brettern dieser Welt

29.11.2016

Schach – das ist was für Cordträger, Angeber und Professorenkinder. Und sicher nicht spannend. Diese Auffassung vom "Spiel der Könige" ist spätestens seit der Weltmeisterschaft in New York überholt. Die Öffentlichkeit interessiert plötzlich, was zwischen Läufern und Springern passiert. Ein Gespräch über einen verkannten Sport.

Schach ist das Sport?

Weltmeisterschaft, Live-Übertragung und Preisgelder in Millionenhöhe läuft schon wieder Fußball? Nein, Schach! Wohl die wenigsten hätten bei dieser Aufzählung an das Brettspiel gedacht. Viele tun sich schon schwer, das Spiel überhaupt als ernstzunehmende Sportart anzuerkennen.

Dabei erhält Schach gerade mehr und mehr Aufmerksamkeit. Seit der Weltmeisterschaft, die am 11. November in New York begonnen hat, interessieren sich immer mehr Menschen für das Spiel und den amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen, der inzwischen sogar Modewerbung macht:

Via Live-Ticker können wir inzwischen jedes Match verfolgen. Zeitungen berichten täglich über Spielergebnisse. Und schon längst fachsimpeln auch Laien des Brettspiels über Spielzüge und Titelfavoriten.

Muckibude und Diät?

Wie sieht eigentlich der Alltag dieser Profispieler aus? Denken wir an Schach als Sportart, verbinden wir damit eher kein Training im Fitnesstudio oder strenge Ernährungspläne. Die Spieler gelten oft als Nerds, deren Leben sich ausschließlich um schwarz-weiße karierte Bretter und mathematische Taktiken drehen. Aber wieso eigentlich? Klar, Schach fordert die gedankliche, nicht aber die körperliche Leistungsfähigkeit. Aber genauso wie ein Fußballer in einem 90-Minuten-Spiel vollen Einsatz zeigen muss, sind die Profi-Schachler mitunter stundenlang im Wettkampf. Und auch das muss trainiert werden.

Die Spieler verlassen nie die Gedankenwelt des Schachs. – Frank Neumann, Deutscher Schachbund e.V.

Knifflige Züge, gewagte Strategien  all das beherrscht die Gedanken der Schachprofis. Sie binden den Sport in den Alltag ein. Dabei gehören Übungsspiele genauso dazu wie regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Und gerade vor großen Turnieren ist es wichtig, Körper und Geist fit zu halten wie eben in jeder anderen Sportart auch.

Was tun die Spieler sonst noch in der Wettkampfvorbereitung? Gibt es besondere Tricks, um die Konzentration zu fördern? detektor.fm-Moderatorin Maja Fiedler hat mit Frank Neumann vom Deutschen Schachbund über den Trainingsalltag eines Schachprofis gesprochen.

SchachMan muss das Spiel immer lieben. Der Aufwand, heute in der Weltspitze mitzuspielen, ist in den letzten Jahren enorm gestiegen.Frank Neumannvom Deutschen Schachbund e.V. ist selbst begeisterter Schachspieler. 

Redaktion: Birthe Kleemann