Die Schauspielerei – Eine (zu) brotlose Kunst?

12.01.2011

Schauspieler verdienen zu wenig. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie "Viel Glamour - wenig Geld". Und das, obwohl die Bundesregierung 2009 versucht hat, deren finanzielle Situation zu verbessern.

Schauspielschüler der renommmierten Hochschule Folkwang. / © dapd (Berthold Stadler)

Es gibt nur wenige unter den deutschen Schauspielern, die von ihrem Beruf wirklich gut leben können. Das hat Prof. Andrea Bührmann mit ihrer Forschungsgruppe an der Universität Münster in einer Studie herausgefunden. Lediglich 4,6% der befragten Schauspieler kommen in die Lage, im Falle des Falles das Arbeitslosengeld I zu beziehen.

Leiterin der Forschungsgruppe an der Uni Münster.Prof. Andrea BührmannLeiterin der Forschungsgruppe an der Uni Münster. 

Das liegt gleich an mehreren Faktoren, besonders aber an der Dauer eines Engagements. So dürfen Schauspieler gerade einmal 6 Wochen am Stück für einen Arbeitgeber tätig sein. Hat jemand aber ein Engagement über 7 Wochen, wie es oft im Theater üblich ist, erfüllt er nicht die Bedingungen.

Mitte 2009 hatte die Bundesregierung versucht, Schauspielern den Zugang zum Arbeitslosengeld I zu erleichtern. Die Ergebnisse der Studie, die im Auftrag des Bundes für Film- und Fersehschauspielers durchgeführt wurde, machen jedoch deutlich, dass sich an der finanziellen Situation der Schauspieler in Deutschland nichts verändert hat, sagt Prof. Andrea Bührmann. Im Interview zieht sie ein durchwachsenes Fazit.

Schauspieler sind unterbezahlt - Interview mit Soziologin Prof. Bührmann