Schiedsrichter in Deutschland – Personalproblem beim DFB?

08.01.2013

Gewalt auf dem Fußballplatz richtet sich nicht nur gegen die Spieler. Auch Schiedsrichter sehen sich immer öfter Angriffen ausgesetzt. Für den DFB, der seit längerem mit Schiedsrichtermangel kämpft, macht es das nicht einfacher.

Die Zahl der Schiedsrichter in Deutschland schrumpft seit Jahren beständig. Der Deutsche Fußballbund steht deshalb vor einem Personalproblem. Foto: Sebastian Widmann/dapd

Anfang Dezember hat ein besonders brutaler Angriff gegen einen Linienrichter die Menschen in den Niederlanden schockiert. Nach einem Amateurfußballspiel prügeln jugendliche Fußballfans so stark auf den Referee ein, dass der Mann später seinen schweren Verletzungen erliegt.

Die Mitgliederzahlen sinken beständig

Anfang des Jahres 2012 sind 76019 Personen als Schiedsrichter beim Deutschen Fußballbund registriert.

Schiedsrichter-Lehrwart beim Deutschen Fußballbund.Lutz WagnerSchiedsrichter-Lehrwart beim Deutschen Fußballbund. 

Das sind immerhin 5353 weniger, als noch 2006. Gewalt auf und neben dem Sportplatz dürfte hierbei zwar nur ein Grund unter vielen sein – doch dürfte er der gewichtigste sein, was die Öffentlichkeitswirkung betrifft.

Allein in Bayern schrumpft die Anzahl der Schiedsrichter jährlich um ca. 400 Personen. Damit steht der DFB vor allem in den unteren Ligen vor einem Personalproblem.

Welche weiteren Gründe es für den Schiedsrichtermangel gibt und was dagegen getan werden könnte, das haben wir mit Lutz Wagner besprochen. Er ist Schiedsrichter-Lehrwart beim Deutschen Fußballbund.

Es ist wichtig, dass eine Bewusstseinsänderung bei allen Beteiligten einsetzt. – Lutz Wagner