Schulz und Böhmermann wechseln zu Spotify

Der Anfang vom Bezahl-Radio?

27.04.2016

Nach Böhmermanns Fernseh-Abstinenz kam am Montag die nächste bedeutungsschwere Ankündigung. Jan Böhmermann und Olli Schulz stellen ihre wöchentliche Radiosendung "Sanft & Sorgfältig" ein. Über den Abschied, der keiner ist, hat uns Jürn Kruse von der taz aufgeklärt.

Sanft & Sorgfältig

Für Millenials und Zyniker ist der Termin geblockt: Sonntags um 16:00 Uhr können sie weder zum Brunch noch zum Sport, denn „Sanft & Sorgfältig“ läuft auf radioeins. Zumindest bisher. Jetzt haben die Gastgeber der Radio-Show das Ende der Sendung verkündet.

Die Sozialen Netzwerke sind entrüstet. Drei Jahre hatten die Fans den beiden Entertainern die Treue gehalten und sich über wöchentliche Formate wie „Die Spiegel-TV-Vorhersage“, „Die großen Fünf“ und „American Nails mit Jan Böhmermann“ gefreut. Doch nun hören Schulz und Böhmermann gar nicht auf – sie wechseln nur zu Spotify.

Spott & Häme

Diese Ankündigung stößt auf Empörung. Die beiden Komiker hatten sich in ihrer Sendung schon seit Längerem über die schlechte Bezahlung beschwert und überlegt, die Plattform zu wechseln. Dennoch ist gerade der Streamingdienst Spotify in den Gesprächen der beiden immer wieder in die Kritik geraten.

So hat Olli Schulz sein letztes Album „Feelings aus der Asche“ nicht auf Spotify veröffentlicht. Auch Jan Böhmermann hatte sich beschwert, dass das Hörbuch „Förderschulklassenfahrt“, das er zusammen mit Klaas Heufer-Umlauf aufgenommen hatte, kaum gekauft und stattdessen nur bei Spotify gestreamt wurde.

Spotify & Podcasts

Der Deal, den Spotify Mitarbeiter heute offiziell bestätigten, wirft dennoch einige Fragen auf. Spotify gilt bisher nicht als Podcast-Platform. Zurzeit können Wort-Beiträg – so auch alle Podcasts von detektor.fm – bei Spotify nur über die neuste Version der mobilen App gehört werden. Es ist also anzunehmen, dass Spotify die Akquise von „Sanft & Sorgfältig“ als Aufhänger einer künfitgen Podcast-Kampagne verwenden wird.

Über den Wechsel von Olli Schulz und Jan Böhmermann zu Spotify hat detektor.fm-Moderator Christian Eichler mit Jürn Kruse gesprochen. Er ist Redakteur bei der taz.

Jürn Kruse taz"Uns wurde direkt vom RBB mitgeteilt: Es ging um sehr viel Geld und der RBB konnte nicht bezahlen."Jürn Kruseist Ressortleiter bei taz2. 

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