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Sebastião Salgado – ein (erneut) ausgezeichneter Fotograf, aber nicht unumstritten. Foto: Eric Feferberg | AFP
Bild: Eric Feferberg | AFP

Sebastião Salgado erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

„Brennpunkte der gegenwärtigen Lebenssituation“

Zum ersten Mal erhält ein Fotograf den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Der Brasilianer Sebastião Salgado wird dieses Jahr für sein künstlerisches Werk geehrt. Doch das ist nicht unumstritten.

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Seit 1950 wird der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Damit wird jedes Jahr eine Person geehrt, die mit ihrem künstlerischen Werk zur „Verwirklichung des Friedensgedankens“ beigetragen hat. Dieses Jahr wird der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado ausgezeichnet. Es ist das erste Mal, dass der Friedenspreis an einen Fotografen vergeben wird.

Der studierte Wirtschaftswissenschaftler Salgado genießt mittlerweile ikonischen Status auf dem Gebiet der dokumentarischen Fotografie. Bekannt wurde er in den 80er-Jahren mit einer Fotoreportage über brasilianische Goldschürfer.

Salgados künstlerisches Werk

Ein zentrales Thema Salgados ist das Leben der Menschen am unteren Ende der Gesellschaft. Er zeigt etwa hart arbeitende Bauern und Industriearbeiter sowie Flüchtlinge und Menschen in Kriegs- und Krisengebieten. Aber auch seine bildgewaltigen Landschafts- und Natur-Motive haben weltweite Berühmtheit erlangt. Seine Bilder zeichnen sich dabei durch eine eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Ästhetik aus.

Wer diese herrlichen Bilder gesehen hat von der unberührten Natur, von der nicht geschändeten Natur, der ist davon überzeugt: Diese Natur und diese Schöpfung muss erhalten werden! – Karl-Josef Kuschel, Mitglied im Stiftungsrat beim Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Salgado setzt sich außerdem seit Langem für den Umweltschutz ein. Zusammen mit seiner Frau Lélia Deluiz Wanick Salgado hat er das Instituto Terra gegründet, das die Wiederaufforstung von gerodeten Regenwäldern in Brasilien voranbringt.

Kritik an Salgado

Salgados Werk wird allerdings auch immer wieder kritisiert. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, mit seinen Portraits von Naturvölkern ein koloniales Menschenbild zu vermitteln. Die Neue Züricher Zeitung etwa kritisiert seine Inszenierung von indigenen Völkern als exotische Wilde und schreibt: „Salgados Menschenbilder muten an wie ins 21. Jahrhundert übersetzte Völkerschauen“.

Über die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Sebastião Salgado spricht detektor.fm-Moderatorin Amelie Berboth mit Karl-Josef Kuschel. Er ist Mitglied des Stiftungsrates beim Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Er will mit seinen Bildern aufklären.Karl-Josef Kuschel
Sebastião Salgado erhält Friedenspreis des deutschen Buchhandels 07:40

Redaktion: Yannic Köhler

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