Seite 37 | Kritik & Verriss

Was miese Rezensionen bringen

Ein literarisches Werk, das vom Feuilleton unbeachtet bleibt, hat es schwer. Doch wie sieht die Lage für Bücher aus, die zwar wahrgenommen, aber verrissen werden? Darum geht es diesmal bei Seite 37.

Wenn der Autor Rache will

Martin Walser erzählt in seinem Roman „Tod eines Kritikers“ die Geschichte des Autors Hans Lach, der in Verdacht steht, den berühmten Literaturkritiker André Ehrl-König ermordet zu haben. Und zwar weil dieser sein Buch im Fernsehen verriss. Als Vorbild für die Figur des Ehrl-König gilt der bereits verstorbene Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki. Das Buch zementierte nicht nur die Feindschaft zwischen Walser und Reich-Ranicki, es löste auch eine öffentliche Kontroverse aus.

Ähnlich scharf diskutiert wird aktuell auch der Roman „Stella“ von Takis Würger. Hauptfigur ist die jüdische Gestapo-Kollaborateurin Stella Goldschlag. Von seinen Kritikern wird dem Schriftsteller und Journalisten Würger ein gedankenloser Umgang mit dem Holocaust und seinen Opfern vorgeworfen. Die historische Kulisse solle nur dazu dienen, eine kitschige Liebesgeschichte dramatisch anzureichern. Würger sieht das natürlich anders und weist in Interviews darauf hin, dass er auch viele positive Rückmeldungen auf sein Buch erhalten hat.

Hat ein Verriss auch gute Seiten?

Sicherlich kann man festhalten: Niederschmetternde Kritiken sind wohl nicht gerade das, was sich Autoren wünschen. Doch was bringen schlechte Rezensionen, wenn man sie einmal von verschiedenen Seiten betrachtet? Was macht ein Verriss mit dem Schreibenden? Welche Effekte hat er für den Kritiker? Welche Auswirken entstehen für den Buchhandel? Diese und weitere Fragen stellen sich Franziska Wilhelm und Claudius Nießen in der 10. Folge des Literatur-Podcasts Seite 37.

Thilo Körtig hat außerdem mit zahlreichen Kritikern und Autoren gesprochen: wie gehen sie mit Verrissen um und worauf achten die Kritiker bei Verrissen? Eine Collage.


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