Play
Mut zur großen Geste. Das Moderatorenteam talkt diesmal über Entwicklung und Status quo des Poetry Slam in Deutschland. Foto: Nadine Marquardt | detektor.fm
Bild: Nadine Marquardt | detektor.fm

Seite 37 | Poetry Slam

Ist der Hype schon vorbei?

Seit den Neunzigern gibt es Poetry Slam in Deutschland. Was in kleinen Clubs begann, ist inzwischen zu einer großen Bewegung geworden. Doch wächst die Szene noch so stark wie in den vergangenen Jahren? Ist der Peak Slam schon erreicht?

Von der Kneipenlyrik zum Mainstream-Enterntainment

Moderatorin Franziska hat selbst Poetry-Slam-Erfahrung. Ihr Kollege Claudius ist ab und an mal damit in Berührung gekommen. Redakteur Thilo war noch nie auf einem Slam. Die besten Voraussetzungen also, um sich dem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern.

Seit Mitte der Neunziger gibt es Poetry Slam im deutschsprachigen Raum. Vor allem in den Nuller- und frühen Zehnerjahren hat das Veranstaltungsformat enorm an Popularität gewonnen. Selbst in kleineren Städten schossen Slams wie Pilze aus dem Boden – oft mit beeindruckenden Zuschauerzahlen, von denen man bei herkömmlichen Wasserglas-Lesungen bislang nur träumen konnte.

14.500 Besucherinnen und Besucher zählten die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam im Jahr 2011 in Hamburg. Drei Jahre später ging ein Video-Clip viral, der eine junge Poetin bei ihrem Auftritt beim Bielefelder Hörsaalslam zeigt. Die über zwölf Millionen Views bescherten nicht nur Julia Engelmann deutschlandweiten Ruhm, sie sorgten auch dafür, dass die breite Masse auf das Thema Poetry Slam aufmerksam wurde. Das machte den Hype perfekt.

Wird Poetry Slam Fußballstadien füllen oder ist alles bald vorbei?

Doch wo stehen wir jetzt, im Jahr 2019? Klar ist, dass aus einer kleinen Subkultur-Idee, die in winzigen verrauchten Clubs begonnen hat, eine große Bewegung mit unzähligen aktiven Slammerinnen und Slammern geworden ist, von denen immer mehr auch professionelle Bühnenkarrieren einschlagen.

Doch wie geht es weiter? Wird Slam zukünftig Fußballstadien füllen und zur Prime Time im Fernsehen laufen? Oder hat das Format seinen Höhepunkt bereits überschritten? Ebbt das Interesse nun wieder ab? Ist alles vielleicht schon morgen vorbei? Darüber diskutieren Claudius und Franziska in der 13. Folge von Seite 37.

Um den Ausblick noch etwas weiter zu ziehen, hat sich unser Redakteur Thilo Körting nicht nur auf den allerersten Poetry Slam seines Lebens begeben, sondern auch mit verschiedenen Menschen aus der Szene gesprochen. Darunter der Autor und Slam-Veranstalter Björn Högsdal, der Verleger Karsten Strack und die Slammerin Leticia Wahl.


Der Literatur-Podcast „Seite 37“ auf detektor.fm. Einfach den Podcast abonnieren oder direkt bei Apple PodcastsGoogle PodcastsDeezer oder Spotify hören.