shots | „One Cut of the Dead“ & Japan-Horror

Und dann kommt der Twist

02.05.2019

Horror-Komödien gibt es wie Sand am Meer. Das Zombie-Genre ist so ausgenudelt wie kaum ein anderes. Und trotzdem kommt jetzt mit "One Cut of the Dead" eine Zombie-Horror-Komödie ins Kino, die anders ist als alle vor ihr. Wir nehmen das Longtake-Massaker auseinander und sprechen über das Wesen des japanischen Horrorfilms. Zu Gast: Lukas Diestel, Alexandra Zawia, Michael Meier.

One Cut of the Dead – ein Mega-Hit

Nur knapp 25.000 Dollar hat dieser Film gekostet, aber 60 Millionen eingespielt. Dass „One Cut of the Dead“ mal so abgehen würde, hätte sich Regisseur Shin’ichirô Ueda wahrscheinlich nicht träumen lassen. Der Film, der eigentlich im Rahmen eines Uni-Seminars entstanden ist, zeigt in seinen ersten 37 Minuten einen billig anmutenden Zombie-Horror-Film, der aber aus einem ungebrochenen Take besteht. Was danach passiert, rückt den ganzen Film allerdings in ein völlig anderes Licht.

J-Horror: als das Internet noch unbekannt war

Als japanischer Horrorfilm steht „One Cut of the Dead“ in einer langen Tradition. Gerade in den frühen 2000ern waren japanische Horrorfilme so populär, dass sie reihenweise US-Remakes bekamen: Von „Ring“ über „Pulse“ und „The Grudge“.

Vor allem die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki sind sowohl für Japans Psyche als auch seine Kinogeschichte einflussreich gewesen. Ausgehend von diesen Katastrophen hat sich das japanische Kino immer wieder mit den Chancen und Gefahren technologischer Entwicklungen beschäftigt. Auch das Ende der Welt wurde immer wieder verfilmt, sowohl in Kaijū-Filmen wie Godzilla als auch im Anime und im Horror.

Eine komplementäre Film-Tradion sind die Kaidan-Filme, die sich mit Geistergeschichten und damit auch immer mit Tradition und Familie beschäftigen. Der Japanologe Michael Meier vom Popkultur-Podcast Komdehagens erklärt seine Faszination zum Japan-Horror so:

In japanischen Filmen ist die Gruselatmosphäre viel stärker. Da ist oft einfach kein Budget für krasse Effekte, da muss man die Leute anders gruseln. In Japan heißt Horror auch meist: Übernatürliches. Das geht mitunter zurück auf Geistergeschichten aus dem 17. Jahrhundert.

In der aktuellen Folge „shots“ spricht detektor.fm-Filmkritiker Christian Eichler (@chr_eichler) mit dem Autor Lukas Diestel (@eckdoktor), der Kritikerin Alexandra Zawia (@alexandrazawia) und dem Japanologen Michael Meier (@komdehagens).

Hinweis: Wir sprechen erst spoilerfrei über den Film, später verraten wir aber auch das Ende. Wir weisen darauf im Podcast hin, sodass genug Zeit zum Abschalten bleibt.

Anmerkung: Entgegen der Behauptung in der Anmoderation wohnt Michael Meier nicht in Kyoto, sondern in Osaka.


shots – Der kritische Film-Podcast

Jede Woche zankt sich detektor.fm-Filmkritiker Christian Eichler mit Freunden und Kolleginnen über einen aktuellen Film. Dabei ist es egal, ob der im Kino, auf Netflix oder im Fernsehen anläuft. Angedickt wird das Ganze durch ein hintergründiges Interview und einen kurzen Überblick über weitere Kino- und Streaming-Starts.


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