Japan – Betrugsskandal im Sumo-Ringen

09.02.2011

Der traditionsreiche Sport versinkt in Skandalen. Mit welchen Konsequenzen?

William Pirimi Perenara (Neusseland, l.) und Stanley Somerville (Suedafrika, r.) ringen bei den World Games 2005. Foto: Patrik Stollarz/ ddp

Nach und nach kommen immer mehr Skandale ans Licht und die kratzen kräftig am Bild von Japans Nationalsport, dem Sumo-Ringen. Aktuell ist es ein Skandal um illegale Absprachen, der die Sumo-Welt in ihren Grundfesten erschüttert.

ist Japanologe an der Universität WienWolfram Manzenreiterist Japanologe an der Universität Wien 

Was der Sumo-Verband bisher bestritten hat, haben nun drei Ringer zugegeben: Bei den Kämpfen gab es illegale Absprachen. 14 Personen stehen unter Verdacht, Kämpfe manipuliert zu haben. Beweise fand die Polizei in Form von Emails auf den Handys mehrerer Ringer. Der Verband zog Konsequenzen und sagte das traditionelle Frühjahrsturnier ab. Der staatliche Fernsehsender NHK verzichtet sogar auf die Ausstrahlung des Sommerturniers.

Für die Japaner selbst ist dieser jüngste Skandal erneut ein schwerer Schlag. Die Sumoringer genießen eigentlich hohes Ansehen, verkörpern schließlich wie sonst kaum eine Gruppe den Geist und die traditionellen Werte des Landes. Wir haben mit dem Japanologen  Wolfram Manzenreiter darüber über die Bedeutung dieser Skandale für die Japaner gesprochen.