Netz-Hype um Spleens und Macken – vom Hang zum Zwang

24.01.2014

Bücher nach der Größe ordnen? Den Lautstärkeregler auf eine gerade Zahl stellen? Jeder hat irgendeinen Spleen. Jetzt werden die Macken zum Netz-Phänomen. Doch warum haben wir die?

Kontrollzwänge sind in der Bevölkerung vermutlich am häufigsten. Bild: Max Braun/ flickr.com

sieht den Vorteil solcher Blogs in ihrer Anonymität.Ulrike Schmidtsieht den Vorteil solcher Blogs in ihrer Anonymität. 

Alltagsmacken: jeder kennt sie – und jeder kann mindestens eine bei sich selbst benennen. Einer meidet die Ritzen von Gehwegplatten, ein anderer steigt nur mit dem rechten Bein aus dem Bett.

Ich denke, Kontroll-Spleens, die auch schnell zu Kontrollzwängen werden, die sind in der Bevölkerung am häufigsten. – Ulrike Schmidt

Online-Hype auf Spleen-Blogs

Weil Spleens jeden betreffen, ist es auch nicht wirklich verwunderlich, dass das Thema nun zum Netz-Hype wird. Blogs wie Spleen24 oder Kopien davon entstehen derzeit und können sich vor Zuschriften kaum retten.

Woher kommen solche Spleens und warum reden so viele Menschen gerne über ihre seltsamen Angewohnheiten? Was ist noch normal und wo beginnt der Zwang?

Darüber haben wir mit Ulrike Schmidt gesprochen. Sie ist Oberärztin und Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München.

Wenn man sich diese Spleen-Foren durchliest, dann erkennt man als Psychiater auch: da sind schon einige darunter, die auch wirklich von Zwängen, also von der krankhaften Form des Spleens berichten. – Ulrike Schmidt