Stadtgespräch|Radieschen statt Rosen – Essbare Stadt Andernach

Eine Stadt zum Anbeißen

23.09.2014

Birnen und Bohnen im Park? Essbare Stadt Andernach heißt das Projekt: Jedermann kann dort in den Parks Obst und Gemüse ernten. Wie funktioniert das? Und könnten andere Städte die Idee übernehmen?

Spaziergänger, die Pflanzen ausreißen

Ein Spaziergang an einem sonnigen Tag im Park: Vögel zwitschern, alles ist grün – doch dann ereignet sich etwas Merkwürdiges: Passanten bleiben an den Beeten stehen und reißen Pflanzen aus.

So ein Erlebnis könnte einem Spaziergänger in Andernach widerfahren. Seit einigen Jahren pflanzt die Stadt in Parks und auf anderen öffentlichen Flächen statt Rosen und Stiefmütterchen Karotten, Bohnen und anderes Obst und Gemüse an. Dort heißt es nun nicht mehr„Betreten verboten“, sondern „Pflücken erlaubt“.

Vorbild für andere Städte

Andernach ist damit Vorreiter in Deutschland und folgt dem Trend des „Urban Gardenings„. Hierbei werden städtische Flächen zu Gärten umfunktioniert.

Nach Andernach kommen auch viele neugierige Vertreter anderer Städte, um sich das Projekt vor Ort anzuschauen. Die Stadt verspricht sich dabei wieder mehr Verbundenheit mit der Region und eine Förderung der Vielfalt von Pflanzen und Tieren in der Stadt.

Wie wird das Ganze umgesetzt und wie reagieren die Andernacher auf das Gemüse im Park? Lutz Kosack ist Leiter des Projekts „Essbare Stadt Andernach„, brachte dieses trotz mancher Skeptiker ins Rollen und erklärt uns die Idee im Interview.

kosackWir möchten andere Städte und Gemeinden motivieren, Lebendigkeit und Natur in die Stadt zurückzubringen. Lutz KosackÖkologe und Leiter des Projekts "Essbare Stadt Andernach" 

Redaktion: Yelena Zimdahl