Play
Kulturgut vs. Handelsgut. Ein Gutachten rät zur Abschaffung der Buchpreisbindung. Foto: AlexandrBognat | shutterstock.com
Bild: Alexandr Bognat | shutterstock.com

Streit um Buchpreisbindung

Was kostet die Bücherwelt?

Verlage in Deutschland legen die Preise ihrer Bücher selbst fest. Das regelt die Buchpreisbindung. Ein Gutachten der Monopolkommission stellt diese Vorgabe nun in Frage. Zu Recht?

Kulturgut oder Ware?

Ob Onlineanbieter, Großbuchhandlung oder der kleine Buchladen an der Ecke. Sie alle müssen sich in Deutschland an die Buchpreisbindung halten. Sie erlaubt den Verlagen, einen einheitlichen Preis für ihre Bücher festzulegen. Das soll die Vielfalt des Angebotes fördern. Außerdem, so der Gedanke, ermöglicht ein fester Preis die flächendeckende Versorgung mit Büchern.

Die Buchpreisbindung gibt es in Deutschland seit 120 Jahren. In ihrem Kern erhebt sie das Buch zum Kulturgut. Sein Wert lässt sich also nicht nur durch Angebot und Nachfrage bestimmen. Doch Bücher sind letztlich auch eine Ware, mit der sich Gewinne erzielen lassen. Und so verwundert es nicht, dass die Vorgabe immer wieder kritisiert wird.

Auch die Monopolkommission hat sich nun mit der Verordnung beschäftigt. Sie berät die Regierung in Wirtschaftsfragen. In einem Gutachten plädieren die Mitglieder für eine Abschaffung der Preisbindung. Das Fazit: Festgelegte Preise sind ein „schwerwiegender Markteingriff.“

Es gibt natürlich auch – und das hat jetzt auch die Monopolkommission festgestellt – ambivalente Wirkungen der Ladenpreisbindung. Und wir haben jetzt auch eine digitale Medienrevolution, die vieles in Frage stellt. – Buchwissenschaftler Thomas Keiderling

Buchpreisbindung abschaffen?

Das Gutachten der Monopolkommission stößt auf breite Ablehnung. So zeigte sich beispielsweise Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) fassungslos über die Empfehlung, die Preisbindung abzuschaffen. Auch die Union und SPD betonen im Koalitionsvertrag die unverzichtbare Rolle für den Buchmarkt und dessen Vielfalt.

Amazon und Co. werden allerdings auch in Zukunft auf eine Abschaffung der festen Buchpreise drängen. Derartige Versuche waren jedoch bisher erfolglos.

Sind die Ergebnisse des Gutachtens berechtigt? Wäre eine Abschaffung des Festpreises für Bücher sogar kundenfreundlicher? Darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Juliane Neubauer mit Thomas Keiderling. Er ist Buchwissenschaftler an der Universität Leipzig.

Thomas Keiderling - ist Buchwissenschaftler an der Universität Leipzig.

ist Buchwissenschaftler an der Universität Leipzig.http://home.uni-leipzig.de/buchwissenschaft/institut/mitarbeiter/dr-phil-thomas-keiderling/
Würde die Buchpreisbindung heute aufgelöst, würde innerhalb kürzester Zeit ein Großteil der Sortimentsbuchhandlungen in allen Städten verschwinden.Thomas Keiderling
Debatte um Buchpreisbindung 07:17

Redaktion: Patrick Ehrenberg

Volles Programm, (aber) null Banner-Werbung

Seit 2009 arbeiten wir bei detektor.fm an der digitalen Zukunft des Radios in Deutschland. Mit unserem Podcast-Radio wollen wir dir authentische Geschichten und hochwertige Inhalte bieten. Du möchtest unsere Themen ohne Banner entdecken? Dann melde dich einmalig an — eingeloggt bekommst du keine Banner-Werbung mehr angezeigt. Danke!

detektor.fm unterstützen

Weg mit der Banner-Werbung?

Als kostenlos zugängliches, unabhängiges Podcast-Radio brauchen wir eure Unterstützung! Die einfachste Form ist eine Anmeldung mit euer Mailadresse auf unserer Webseite. Eingeloggt blenden wir für euch die Bannerwerbung aus. Ihr helft uns schon mit der Anmeldung, das Podcast-Radio detektor.fm weiterzuentwickeln und noch besser zu werden.

Unterstützt uns, in dem ihr euch anmeldet!

Ja, ich will!

Ihr entscheidet!

Keine Lust auf Werbung und Tracking? Dann loggt euch einmalig mit eurer Mailadresse ein. Dann bekommt ihr unsere Inhalte ohne Bannerwerbung.

Einloggen