Stuttgart 21 – Steckt hinter dem Protest eine “echte” Revolution?

11.10.2010

Bei den Protesten in Stuttgart geht es längst um mehr, als nur um den Bahnhof: es geht um ein Ohnmachtsgefühl der Bürger gegenüber der Politik. "So entstehen Revolutionen", sagt ein Wissenschaftler.

Die erste Reihe der Demonstration am Samstag in Stuttgart. Foto: Christian Bollert/ detektor.fm

lebt und arbeitet als Literaturwissenschaftler in Stuttgart. / © privatDr. Thomas Rothschildlebt und arbeitet als Literaturwissenschaftler in Stuttgart. / © privat 

Am Wochenende haben in Stuttgart so viele Menschen wie noch nie gegen den geplanten Umbau des Hauptbahnhofes demonstriert. In dieser Woche sollen nun die Schlichtungsgespräche unter der Vermittlung von Heiner Geißler starten. Stuttgart 21 ist längst der medienwirksamste Protest des Jahres – mit Symphatisanten im ganzen Land.

Doch ist der Protest vielleicht mehr als das Aufbegehren gegen ein Bauprojektf? Erleben wir hier eine gesellschaftliche Veränderung, oder gar eine Revolution? Thomas Rothschild sagt: ja. Der Literaturwissenschaftler und Autor lebt selbst in Stuttgart, hat in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Freitag“ seinen Standpunkt dargelegt und erklärt im Gespräch, wie er zu dieser Meinung kommt.

Erwartet uns mehr direkte Demokratie? – „Das wäre optimistisch. Man kann das erhoffen, aber muss auch sehen, dass auch die direkte Demokratie ihre Probleme hat. Um es auf eine Chiffre zu bringen: ich möchte nicht über die Todesstrafe abstimmen lassen.“