Tagebuch einer Krankheit: Wolfgang Herrndorfs “Arbeit und Struktur”

15.12.2013

Für einen Schriftsteller ist neben Stift, Paper und PC der Kopf das wichtigste Arbeitsinstrument. Wie also begegnet man als Autor der Diagnose Gehirntumor? Wolfgang Herrndorf hat darüber ein berührendes Blog geschrieben, das jetzt als Buch erscheint.

2011 war Herrndorfs Roman “Tschick” für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Zwei Jahre später beging Herrndorf Selbstmord. Foto: Amrei-Marie / Wikipedia.org

Wolfgang Herrndorf  - Arbeit und Struktur

Arbeit und Struktur

Wolfgang Herrndorf

(Rowohlt, bereits erschienen)

Der Erfolg von Wolfgang Herrndorf kam erst spät. Zu spät, mag man fast sagen. Im Jahr 2010 kreuzten sich für Wolfgang Herrndorf Glück und größtes Unglück auf allerungewöhnlichste Weise.

Zuerst erhielt er im März 2010 die Diagnose, an einem unheilbaren, bösartigen Gehirntumor erkrankt zu sein. Nur wenige Monate später sollte sein Jugendroman „Tschick“ riesigen Erfolg erzielen. Bis heute hat sich der Roman allein in Deutschland über eine Million Mal verkauft und ist Schullektüre.

Schon kurz nach der Diagnose hatte sich Wolfgang Herrndorf entschlossen, ein Blog über seine Erkrankung zu schreiben. Zu Beginn waren die tagebuchähnlichen Eintragungen nur seinem Freundeskreis zugänglich. Die drängten ihn aber immer wieder dazu, das Blog im Netz für alle Leser zugänglich zu machen.

Wie Wolfgang Herrndorf gegen den Tod anschrieb und noch die Romane „Tschick“ und „Sand“ vollendete, das ist zutiefst berührend, weil man mitlesen kann, wie es für ihn trotz allem immer wieder Momente des Glücks gibt.

Warum man dieses Buch trotz seiner harten Thematik lesen sollte, erklärt Fabian Stiepert.