Was wichtig wird | Ist politische Kunst zu platt?

Denn einer muss ja was sagen

03.02.2017

Der Künstler und Fotograf Wolfgang Tillmans ist sauer. Den internationalen Aufstieg von Populisten will er nicht hinnehmen. Auch ein Künstler müsse hier Verantwortung zeigen. Derweil feiert Regisseur Paul Verhoeven ein preisträchtiges Comeback. Ein Gespräch mit Sebastian Frenzel von "Monopol".

DWHW_Monopol_Webseite_2400x1800

Die politsche Verantwortung der Kunst

Wolfgang Tillmans will nicht schweigen: Er ist sichtlich besorgt über den Aufstieg der Populisten in Europa und den USA. Den Redakteuren des Monopol-Magazins hat er gerade erklärt, dass es für ihn hier um einen großen Konflikt geht: Freiheit gegen Autorität. Und mittendrin: Künstler, die mit Werken und Aktionen auf den Diskurs Einfluss nehmen müssen.

Dass er sichs elbst davon nicht ausnimmt, hat der in Remscheid geborene Fotograf und Künstler in jüngerer Vergangeheit bereits gezeigt. Jahrelang hat er in London gewohnt, hat die Brexit-Kampagne vor Ort miterlebt und versucht, mit einer weitreichenden Plakat-Aktion den Brexiteers Paroli zu bieten.

Unter den Gegnern des Brexit hat er damit prominente Unterstützer wie den Schauspieler Daniel Craig gefunden. Dass der Brexit trotzdem kommt, hält ihn nicht davon ab, öffentlich Stellung beziehen, egal ob zu Donald Trump oder zum Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt. „Jemand muss sich ja zuständig fühlen“, sagt er zum Verhältnis von Kunst und Politik – auch wenn eine politische Aktion mal „platt“ rüberkommen kann.

Paul Verhoeven: Trash war gestern

Für Regisseur Paul Verhoeven läuft derzeit alles gut. Der Niederländer hat in den Neunzigern mit „Basic Instinct“ einen Hit, mit „Starship Troopers“ einen skurrilen Kultfilm und mit „Showgirls“ einen der vermeintlich schlechtesten Streifen aller Zeiten gedreht. Jetzt ist sein neuer Thriller „Elle“ mit zwei Golden Globes ausgezeichnet worden, Hauptdarstellerin Isabelle Huppert ist sogar für den Oscar nominiert.

Damit nicht genug: Ab nächster Woche ist der Mann Chef-Juror bei der Berlinale. Eine sehr gute Wahl für den Vorsitz, meint Sebastian Frenzel vom Monopol-Magazin.

Sebastian_Frenzel_MonopolVerhoeven ist ein totaler Freigeist. Er hat unfassbare Flops hingelegt, von denen er sich genau so erholt, wie von den Hollywood-Erfolgen und der ganzen Glamour-Welt. Der verfolgt seinen Weg und ist ein unverfälschter Kopf.Sebastian Frenzelist stellvertretender Chefredakteur von "Monopol - Magazin für Kunst und Leben" 

Wolfgang Tillmanns künstlerischer Widerstand und Paul Verhoevens großes Comeback – unsere Themen im Gespräch mit Sebastian Frenzel vom Monopol-Magazin.


Jeden Tag erfahren, was wichtig wird? Dann den Podcast abonnieren oder jederzeit bei iTunes, Spotify und Soundcloud hören.