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Die ehemalige Brikettfabrik im Lausitzer Seenland. Foto: Energiefabrik Knappenrode / Axel Heimken

Überall Industriekultur! | Denkmalschutz

Altes bewahren

Ein denkmalgeschützter Koloss: Museumsleiterin Kirstin Zinke spricht über Hürden und Lösungen beim Umbau der Energiefabrik Knappenrode. Außerdem in dieser Folge: Wann hat ein Gebäude den Status „Denkmal“? Und warum werden denkmalgeschützte Gebäude trotzdem abgerissen?

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„Überall Industriekultur!“ Der detektor.fm-Podcast zum Jahr der Industriekultur 2020. Eine Kooperation mit der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Koloss unter Denkmalschutz

Es ist ein riesiger Koloss, der unter Denkmalschutz steht – die ehemalige Brikettfabrik im ostsächsischen Knappenrode mitten im Lausitzer Seenland. Heute ein technisches Denkmal, in dem früher Kohle zu Briketts veredelt wurde. Ein Dreivierteljahrhundert lief der Betrieb, dann wurde die Fabrik stillgelegt. Ein Jahr später wurde sie zu einem Museum – zur Energiefabrik Knappenrode.

Mit 25 Hektar Fläche ist die Museumslandschaft riesig und das Museum ziemlich einzigartig, da die originale Technik der Brikettfabrik noch vorhanden ist. Seit Jahren gab es allerdings den Plan, das Industriemuseum auf den neuesten Stand zu bringen, zu modernisieren und eine neue Ausstellung zu gestalten. Die Herausforderung: Neue Funktionsräume und die Dauerausstellung ziehen direkt in das Kernstück des technischen Denkmals – in die Brikettfabrik. Deshalb mussten sich Museumsleiterin Kirstin Zinke und ihr Team im Hinblick auf den Denkmalschutz mit den zuständigen Behörden intensiv besprechen und austauschen.

Unser Gestaltungsgrundsatz, den wir rigoros umsetzen: Altes bewahren, Neues hebt sich deutlich ab.

Kirstin Zinke, Museumsleiterin Energiefabrik Knappenrode

Kirstin Zinke, Museumsleiterin Energiefabrik KnappenrodeFoto: Energiefabrik Knappenrode / Peter Radke

detektor.fm-Redakteur Stephan Ziegert spricht mit Museumsleiterin Kirstin Zinke darüber, wie man neue Funktionen in das Museum bringen kann, ohne das Alte zu entwerten, über Hürden beim Umbau und über den Einbau von Fenstern, die stellvertretend für das große Ganze stehen.

Wann steht ein Denkmal unter Schutz?

Kulturdenkmale zu schützen ist buchstäblich die Aufgabe des Denkmalschutzes. Das fängt damit an, sie zu erfassen. Das Landesamt für Denkmalpflege in Sachsen hat den gesetzlichen Auftrag, die Liste der Kulturdenkmale zu erarbeiten. Mehr als 100 000 Einträge gibt es derzeit, darunter 7 500 technische Denkmale, zu denen auch Industriebauten gezählt werden. Damit sie erhalten bleiben, ist mehr als ein Denkmalschutz und eine Instandhaltung notwendig.

Die beste Bestandsgarantie liegt in der Nutzung begründet.

Alf Furkert, sächsischer Landeskonservator

Alf Furkert, sächsischer LandeskonservatorFoto: Christine Starke

Alf Furkert ist sächsischer Landeskonservator und damit Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege. Mit ihm spricht detektor.fm-Redakteur Stephan Ziegert darüber, wann Industriebauten den Status „Denkmal“ erhalten, welche Aufgaben die Denkmalpflege hat und warum denkmalgeschützte Gebäude trotzdem abgerissen werden.