Unerkannt durch die Prüfprogramme: Plagiatsbereiniger formulieren Plagiate um

18.10.2012

Unsauberes wissenschaftliches Arbeiten kann eine Karriere beenden oder zumindest gefährden. Lektoren bieten nun an, die Arbeiten von Plagiaten zu bereinigen – eine umstrittene Hilfe.

Plagiatsjäger haben Personen des öffentlichen Lebens und deren Doktortitel im Visier. Foto: © Philipp Guelland/ddp.

Erst Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg, nun vielleicht auch Bildungsministerin Schavan. Ihnen wird vorgeworfen, sie hätten in ihrer Doktorarbeit wissenschaftlich unsauber gearbeitet. So etwas kann eine Karriere beenden.

Markus Seidel ist Lektor, durchsucht Texte nach Plagiaten und er bereinigt sie davon. Das heißt konkret, dass er Textpassagen umformuliert – ein diskutables Vorgehen, schließlich ist so nicht mehr klar, wessen geistige Leistung hinter der Passage steht.

Bis zu einem gewissen Grad kann Seidel Plagiate nachvollziehen: Er unterstellt Studierenden und Doktoranden nicht immer Absicht: Nach mehreren Jahren Arbeit an einer Abschlussarbeite sei es zum Teil schwer, den Überblick zu behalten.

Mit Seidel haben wir über seine Arbeit als Lektor und Plagiatebereiniger gesprochen und diskutiert, inwiefern seine Arbeit fragwürdig ist.