Urban Art | Studiotalk mit „Innerfields“

"App hängig": Spiegel für die digitale Gesellschaft

14.01.2016

Es ist das Bild eines stummen Nebeneinanders in der Bahn, an der Kasse oder im Wartezimmer: Menschen, die wie gebannt auf ihre Smartphones starren. Digitale Technologien erleichtern den Alltag. Doch oft bewegen sich Nutzer auch in Parallelwelten. Das Netz verändert das Zusammenleben. Das Berliner Künstlerkollektiv Innerfields beschäftigt sich mit diesem Thema und ist bei uns im Studio zu Gast gewesen.

Die Ursprünge

Angefangen haben Innerfields – alias Holger Weißflog, Jakob Bardou und Veit Tempich – zunächst mit dem Besprühen von verlassenen Häuserfassaden. Später sind Appartements und kleine Wände als Leinwände hinzugekommen. Alle drei haben den Einstieg in die Kunst über die Berliner Graffiti-Szene gefunden, in der sie mittlerweile bekannt sind.

Das Projekt

In ihrem neuesten Projekt „App hängig“ beschäftigt sich das Künstler-Trio mit der Allgegenwärtigkeit von digitalen Technologien. Ihre Bildsymbolik entspringt dabei der Natur- und Heiligen-Thematik. Wie selbstverständlich zeigen sie einen Bärenkopf, der ein Smartphone bedient, den Papst mit Tablet oder die Heilige Maria, wie sie statt Jesus das Handy hält. Die Grenzen zwischen erfahrbarer Realität, Identität und Natur verschwimmen in den Arbeiten von Innerfields. Die drei Berliner wollen bewusst mit diesen Grenzen spielen, ihrem Publikum den Spiegel vorhalten: Der Mensch verschwindet in der Welt der digitalen Kommunikation und wird mit der Technik eins.  

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Die Austellung

Bis zum 7.2.2016 ist die Ausstellung „App hängig: Innerfields“ in der Galerie Hier + Jetzt in Leipzig für Besucher geöffnet.

Über digitale Abhängigkeit und die neue Reihe „App hängig“ hat detektor.fm-Moderator Thibaud Schremser mit der Galeristin Maxi Kretzschmar und Jakob Bardou gesprochen. Er ist Mitglied des Künstlerkollektivs Innerfields.

Redaktion: Zülal Yildirim