Usutu-Virus – der Nachfolger der Vogelgrippe?

22.08.2012

Bereits 2011 hatte er Teile Deutschlands befallen, jetzt ist er zurück: der Usutu-Virus. Vor allem Amseln sind betroffen und sterben massenweise. Wie überträgt sich der Usutu-Virus und wie gefährlich ist er für den Menschen?

Wird man die Amsel demnächst wesentlich seltener zu Gesicht bekommen? Foto: © Michael Urban/dapd

ist Leiters der virologischen Diagnostik am BNI.Jonas Schmidt-Chanasitist Leiters der virologischen Diagnostik am BNI. 

Man weiß nicht, vor wem man sich in nächster Zeit mehr in Acht nehmen sollte – vor der Amsel oder der Stechmücke. Denn der Usutu-Virus ist zurück in Deutschland. Er hatte bereits 2011 Amselbestände in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg befallen und wurde vom Bernhard-Nocht-Institut jetzt zum ersten Mal in Deutschland im Blut eines Menschen nachgewiesen. Der Virus kommt aus Afrika und überträgt sich über die Stechmücke. Wie genau er nach Deutschland kam, darüber lässt sich vorerst nur spekulieren.

Der Virus war in Europa zuerst in Wien ausgebrochen. 2001 hatte man Bestandsrückgänge von bis zu 94 % feststellen müssen. Später folgten dann Länder wie Spanien, Italien, Ungarn und die Schweiz. Auch dort leiden die Vogelbestände noch immer unter dem Usutu-Virus.

Ob die Amsel jetzt ausgerottet wird, was der Virus für den Menschen bedeutet und vor wem man sich mehr in Acht nehmen sollte – Amsel oder Stechmücke – darüber haben wir mit Jonas Schmidt-Chanasit gesprochen. Er ist Virologe und Usutu-Experte des Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg. Hier beobachtet man den Virus und seine Auswirkungen schon länger und weiß auch, was man gegen ihn tun kann.