Wie die Liebe an der Freiheit zugrunde geht …

10.08.2010

Auf der Suche nach Liebe sind wir so frei wie nie: Online können wir permanent kommunizieren, neue Leute kennenlernen, fremde Menschen anschauen - bedroht genau das die Liebe? Sven Hillenkamp im Interview.

Auf den ersten Blick scheint es so, als ob die Situation nie besser war: Wer heute einen Partner sucht, für den sind Millionen potentieller Kandidaten nur wenige Mausklicks entfernt. In Singlebörsen, auf Chat-Plattformen und in sozialen Netzwerken sehen wir nicht nur das Foto, sondern auch den Musikgeschmack, die Lieblingsfilme und sogar gemeinsame Freunde. Man könnte sich so auf die Suche begeben, nach dem perfekten Partner. Aber können wir den finden? Auch wenn wir mit jemandem zusammen sind: das Vergleichen scheint nie aufzuhören, weil es in unserer vernetzten Welt immer möglich ist.

früher bei der »Zeit«, heute freier Autor in Berlin. / © Marijan Murat (Klett-Cotta)Sven Hillenkampfrüher bei der »Zeit«, heute freier Autor in Berlin. / © Marijan Murat (Klett-Cotta) 

Die Folge: das Denken, man könne noch jemanden finden, der besser zu einem passt, wird allgegenwärtig – und so wird auf der Suche nach der perfekten Liebe die Liebe selbst unmöglich. Experten befürchten außerdem, durch die Kommunikation über Monitore könnte der Mensch emotional abstumpfen. Es fehle die Mimik und Gestik, das Lachen, der unmittelbare Eindruck des Gegenübers – und es fehlt das Knistern und der Blick in die Augen. Bedroht das alles unsere Beziehungsfähigkeit? Kann der digitale Neuzeitmensch noch lieben – oder ist er bedroht, mit seinem Verhalten die Liebe zu zerstören?

Mit diesen Fragen hat sich der Autor Sven Hillenkamp auseinander gesetzt – in seinem Buch „Das Ende der Liebe“. Wir haben mit Sven Hillenkamp gesprochen.

Warum heißt ihr Buch „Das Ende der Liebe“ ? – Ich wollte zeigen, wie die Liebe an der Freiheit zugrunde geht. (Sven Hillenkamp)