Wenn Journalismus nichts mehr wert ist

27.03.2013

Sie schreiben oft über prekäre Lebensverhältnisse: und sind immer öfter selbst betroffen. Der Journalismus sieht sich einem steten Lohndumping ausgesetzt. Warum das kein Problem der Journalisten allein ist.

Viele Zeitungen -  aber immer weniger Menschen, die sie kaufen. Foto: Sascha Schürmann/ddp

Kaffee und Zeitung – das gehört für viele zur entspannten Pause dazu. Beides kostet etwa das Gleiche. Aber von den zwei oder drei Euro, die für eine Zeitung bezahlt werden, kommt bei den Journalisten scheinbar immer weniger an.

Journalist und Doktorand am Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg.Thomas SchnedlerJournalist und Doktorand am Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg. 

Freischreiber, der Berufsverband freier Journalisten, will zeigen, wie es um die freien Journalisten in Deutschland bestellt ist. Deshalb listet man dort seit einigen Tagen in einem Blog die Honorare, die Verlage und Hörfunk- und TV-Sender ihren Autoren zahlen. Die Liste ist brutal: viele Journalisten können nicht von ihrer Arbeit leben.

Welche Auswirkungen die geringen Honorare auf die journalistische Qualität haben, fragen wir Thomas Schnedler, der sich an der Universität Hamburg mit prekären Arbeitsverhältnissen im Journalismus beschäftigt.

Es ist die Frage, ob die Verleger sich sagen: ’solange sich keine großen Beschwerden einstellen, dann nehme ich halt dieses Fast-Food Material‘ – oder ob sie gar kein richtiges Verständnis mehr dafür haben, was eigentlich Journalismus ausmacht. (Thomas Schnedler)