Was wichtig wird | Art Basel und Kunstmarkt

"Das ist das Business!"

16.06.2017

Mit der Art Basel hat die wichtigste Kunstmesse der Welt begonnen. Hier geht es vor allem um das Verkaufen und Kaufen von Kunst. Welchen Einfluss die großen Ausstellungen des Sommers darauf haben, erklärt Elke Buhr, Chefredakteurin des Monopol-Magazins.

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Biennale in Venedig oder die documenta 14 in Kassel, der Kunst-Sommer 2017 ist reich an Großausstellungen. Das hat natürlich einen erheblichen Einfluss auf den Kunstmarkt. Denn wer mit seiner Arbeit beispielsweise auf der kürzlich eröffneten documenta 14 in Kassel überzeugt, dessen Preise schnellen bei Kunstmessen wie der Art Basel und damit auf dem Kunstmarkt in die Höhe.

Kunstmesse Art Basel

Die Art Basel ist die wichtigste Kunstmesse der Welt. Mehr als 4.000 Künstler stellen hier ihre Werke aus, konkreter gesagt: deren Galerien. Die Art Basel ist keine Ausstellung, sondern eine Messe. Deshalb geht es hier vor allem um das Verkaufen von Kunst. Der Diskurs über zeitgenössische Kunst rückt ein Stück weit in den Hintergrund.

Hier sind wirklich die Werke, die verkauft werden sollen. Es gibt viel mehr sogenannte Flachware, also Malerei. – Elke Buhr, Chefredakteurin Monopol-Magazin

Ganz unbeeinflusst von bedeutenden Schauen wie der Biennale in Venedig ist die Art Basel dennoch nicht, zumindest, was die Auswahl der „angebotenen Künstler“ betrifft. Ein gutes Beispiel: der Künstler Franz Erhard Walther. Auf der Biennale von Venedig hat er einen goldenen Löwen als bester Künstler gewonnen, nun boten gleich drei Galerien auf der Art Basel seine Arbeiten an. Die Logik dahinter ist simpel: Mit jeder Auszeichnung oder größeren Ausstellung wächst im Kunstmarkt das Interesse das Sammler.

Kunstmarkt ist kommerzielles Geschäft

Doch nicht jedem gefällt diese kommerzielle Seite der Kunst, das hat auch die Art Basel vor ihrer Eröffnung zu spüren bekommen. Deren Mutterkonzern, die Schweizer Messegesellschaft, will nach Deutschland expandieren und hat sich erst kürzlich in ein Messeprojekt in Düsseldorf eingekauft. Vor allem einem hat das nicht gefallen: Daniel Hug, Direktor der Art Cologne.

Er hat den nicht ganz unberechtigten Eindruck, dass zwei Messen im Rheinland sich gegenseitig kannibalisieren. Aber ehrlich gesagt: So läuft das Business. Jeder versucht natürlich herauszuholen, was er rausholen kann. Da kann man mit moralischen Kategorien, das sei unfair, nicht kommen. – Elke Buhr

Hugs Vorwurf: Die Kunstmesse Art Cologne fördere den Kunstmarkt. Die Art Basel haben dagegen ausschließlich kommerzielle Absichten. Ob das stimmt, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Marie Landes mit Elke Buhr gesprochen. Sie ist Chefredakteurin vom Monopol-Magazin für Kunst und Leben.


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