Was wichtig wird | Globalisierte und politische Kunst

Die Kunst, die mobilisiert

03.03.2017

Deutsche Museen öffnen sich der globalisierten Welt und blicken damit in die Zukunft. Währenddessen begehren immer mehr Künstler in den USA gegen die Politik auf. Was bedeutet globalisierte und politische Kunst heute?

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Museum Global

Die Tate in London, das Centre Pompidou in Paris und das Guggenheim in New York: Sie haben es vorgemacht und ihre Kunst auf Einseitigkeit geprüft. Dabei geht es darum, einmal nachzuschauen, wo die Künstler herkommen und ob einige Teile der Welt nicht unterrepräsentiert sind.

Auch Deutschland möchte da nachziehen. Mit „Museum Global“ versucht die Kulturstiftung des Bundes Impulse für ein mögliches Umdenken zu setzten. Momentan beteiligen sich daran das Staatliche Museen zu Berlin, das MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt und die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

Zu diesem Thema organisierte die Kunstsammlung Ende Januar eine Fachtagung unter dem Titel „Multiple Perspektiven auf die Kunst, 1904-1950“. Neben dem Einfluss von außereuropäischer Kunst auf den deutschen Markt wurde dort auch ein Blick auf den Begriff „Moderne“ geworfen. Aufbauend auf die Tagung wird es eine Kooperation mit dem Exzellenzcluster Asia and Europe in a Global Context von der Universität Heidelberg geben. Aus diesem Projekt soll bis Herbst 2017 in einer Ausstellung erwachsen.

Politische Kunst gegen Trump

Der Protest gegen Donald Trump scheint zu wachsen. Gegen seine Politik gehen die Leute aber nicht nur auf die Straße, sie schöpfen aus ihrer Wut auch Kreativität. Zahlreiche Künstler, auch außerhalb der USA, produzieren Kunstwerke, die ihrem Unmut Ausdruck verleihen. Am Tag von Trumps Amtseinführung versammelten sie sich, um lautstark zu protestieren.

Das Museum of Contemporary Art in Los Angeles hat auf Facebook an diesem Tag ein Bild geteilt. Das stammt von der amerikanischen Künstlerin Nicole Eisenman und wirbt für vielseitige Lebensentwürfe. Ähnlich hat sich das Whitney Museum präsentiert.

Sebastian_Frenzel_MonopolKünstler sind öffentliche Personen mit einiger Prominenz. Die haben eine andere Verantwortung, als ein Bäcker oder ein Handwerker. Sebastian Frenzel ist der Überzeugung, dass politische Kunst wichtig ist.  

Auch Künstler Jonathan Horowitz beschäftigt sich seit Jahren mit politisicher Kunst und in Reaktion auf von Donald Trump ein ungewöhnliches Projekt gestartet: „Daily Trumpet“. Auf Instagram veröffentlicht er dort jeden Tag ein neues Protestkunstwerk von verschiedenen Kolleginnen und Kollegen.

Welche Verantwortung Künstler auch in der Politik tragen und wie wichtig eine globale Sichtweise auf Kunst ist, darüber spricht Sebastian Frenzel vom Monopol-Magazin für Kunst uns Leben mit detektor.fm-Moderatorin Carina Fron.


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