Was wichtig wird | „Goldene Löwen“ gehen an Imhof und Walther

Deutschland kann – zeitgenössische Kunst

19.05.2017

Zum dritten Mal seit 2001 ist Deutschland auf der Biennale in Venedig für den besten Pavillon ausgezeichnet worden. Ein Zeichen, dass wir zeitgenössische Kunst können? Ein Gespräch mit Elke Buhr vom Monopol-Magazin über die diesjährigen Preisträger des Goldenen Löwen.

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Der Goldene Löwe der Biennale in Venedig zählt zu den wichtigsten Preisen der Kunst. In diesem Jahr haben ihn in den wichtigsten Kategorien gleich zwei deutsche Künstler erhalten: Anne Imhof und Franz Erhard Walther. Zwei Künstler, deren Konzepte nicht unterschiedlicher sein könnten.

Franz Erhard Walther: Goldener Löwe „bester Künstler“

Franz Erhard Walther ist kein Unbekannter und doch haben viele seinen Namen nicht auf ihrem Zettel. Gemeinsam mit Größen wie Gerhard Richter besuchte er in den 1960er Jahren die Klasse Karl Götz Ottos an der Düsseldorfer Kunstakademie. Zuvor war er von der Frankfurter Städelschule geflogen. Ein Künstler, dessen Kunst zu Beginn so niemand recht verstehen wollte. Dabei klingt sein Konzept einfach: Die Objekte Walthers werden erst zu Kunst, wenn die Betrachter mit ihnen interagieren.

Franz Erhard Walther hat seit den 60er Jahren ein extrem interessantes, avantgardistisches Werk entwickelt. Er hat schon sehr früh mit Textil gearbeitet, was damals sehr ungewöhnlich war. – Elke Buhr, Chefredakteurin Monopol-Magazin

Anne Imhof: Goldener Löwe „Bester Pavillon“

Ein weiterer Goldener Löwe ging an die Malerin und Performance-Künstlerin Anne Imhof. Sie erhielt den begehrten Preis für den besten Pavillon der Biennale in Venedig. Eine Auszeichnung, die wenig überraschend kam. Denn bereits zu Beginn der Biennale wurde ihre fünfstündige Performance „Faust“ als Favorit gehandelt. In dieser spielt Imhof mit Themen wie Macht und Ohnmacht oder Widerstand und Freiheit.

Alle haben immer schon gesagt: ‚Deutschland wird’s, Deutschland wird’s. Nur ich dachte, das klappt bestimmt nicht, weil Deutschland eben schon so oft gewonnen hat. – Elke Buhr

Die Auszeichnung ist nicht nur für die Künstlerin, sondern auch für Deutschland etwas Besonderes. Seit 2001 haben wir gleich dreimal den Goldenen Löwen für den besten Pavillon der Biennale ergattern können. Kann Deutschland einfach zeitgenössische Kunst? Und wenn ja, warum treffen die hiesigen Künstler so gut den Nerv der Zeit? Elke Buhr, Chefredakteurin vom Monopol-Magazin für Kunst und Leben, geht im Gespräch auf Spurensuche.


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