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Bild: detektor.fm | Monopol

Was wichtig wird | Julian Charrière und Grenzen der Kunst

Der Künstler mit der Kokosnuss

Der Künstler Julian Charrière hat eine Kanone gebaut. Diese wollte er dann bei der „Antarctic Biennale“ abfeuern. Doch die Polizei hat die Kanone konfisziert. Was ist passiert? Das erklärt Silke Hohmann vom Monopol-Magazin.

Julian Charrière & die Kanone

Der Schweizer Julian Charrière ist 1987 in Morges geboren worden. Heute lebt er in Berlin. Zusammen mit anderen Studenten hat der junge Künstler eine Druckluftkanone gebaut. Im Namen der Kunst sollte diese in der Antarktis abgefeuert werden. Neben anderen Kunstwerken auf der ersten „Antarctic Biennale„. Die findet unter Schirmherschaft der Unesco im Zeitraum noch bis zum 28. März 2017 statt. Julian Charrière wird wohl dabei sein, nur eben ohne Kunstwerk.

Die Auftragsarbeit ist unter dem Titel  „The Purchase of the South Pole“ entstanden. Aus der Kanone sollten eigentlich Kokosnüsse abgefeuert werden. Die hat der  30-Jährige von seiner Reise zum Bikini-Atoll eigens mitgebracht. Bei dieser Kreation hat sich Julian Charrière am Roman „Sans dessus dessous“ (deutsch:“Der Schuss am Kilimandscharo„) von Jules Vernes orientiert. Dabei geht es vor allem um die heimliche Territorialansprüche. Denn die sind durch ein internationales Vertragssystem in der Antarktis untersagt.

Kokosnuss-Geschoss verfehlt Hundehalter knapp

Ein Passant ist auf das Geschoss aufmerksam geworden. Julian Charrière und seine Kollgenen wollten es in Berlin-Schöneberg testen. Der Passant rief die Polizei. Diese besucht daraufhin den Künstler abends am 1. März 2017 und konfisziert am kommenden Tag die Kanone. Eineinhalb Monate Vorbereitung für die Katz. Denn Charrière hat sein Kunstwerk nicht rechtzeitig wieder bekommen und muss so ohne Kanone zur Antarctic Biennale reisen.

Zusätzlich ermittelt nun die Staatsanwaltschaft wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz. Charrière und die Studenten hätten einen 38-Jährigen fast mit einer Kokosnuss getroffen. Die Polizei weißt darauf hin, wie kreativ die Idee ist, aber auch wie gefährlich.

Aus meiner Sicht, als Kunstkritikerin, handelt es sich um ein Kunstwerk. Es handelt sich nicht um eine Waffe, die dazu gemacht wurde, jemanden zu bedrohen.Silke Hohmann

Radikale Kunst-Methoden

Dabei scheint der Bau der Kanone auf den ersten Blick eher harmlos. Andere Künstler haben schon deutlich radikalere Kunst mit Hilfe von Waffen initiiert. Wie zum Beispiel Chris Burden, der sich mit einer Waffe in der Öffentlichkeit selber anschoss.

Über die Grenzen, die Künstlern gesetzt werden und die sie selbst all zu gerne überschreiten, hat Silke Hohmann Monopol-Magazin für Kunst und Leben mit detektor.fm-Moderatorin Carina Fron gesprochen.


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