Was wichtig wird | 12. Wanderbiennale Manifesta

Auf nach Palermo

15.06.2018

Mitte der 1990er ist die Wanderaustellung Manifesta als Antwort auf das Ende des Kalten Krieges gegründet worden. Seitdem zieht sie durch die Lande und ist dieses Jahr in Palermo zuhause.

Jeden Freitag sprechen wir mit Monopol über die Kulturthemen der Woche.

Studie zur Bedeutung von Palermo

Unter dem Titel „The Planetary Garden. Cultivating Coexistence“ finden sich vom 16. Juni bis zum 4. November zeitgenössische Künstler in Palermo ein. Die sizilianische Stadt sehen die Organisatoren als Kreuzungspunkt für die wichtigen geopolitischen, sozialen und ökologischen Probleme unserer Zeit. Die Stadt eignet sich deshalb besonders für die Ausstellung rund um die Themen Klimawandel und Migration. Schon immer haben sich die Macher des in ganz Europa umherwandernde Kunstfestivals sozial und politisch verstanden.

Belege für die Bedeutung vom diesjährigen Austragungsort findet man in der Studie „Palermo ATLAS“. Diese wurde bereits zwei Jahre vor Eröffnung der Großausstellung von den Organisatoren der Manifesta in Auftrag gegeben. Das Rotterdamer Büro für Architektur und Stadtentwicklung OMA von Rem Kooolhaas hat die interdisziplinären Recherche durchgeführt und deckt damit die vielfältigen Facetten der Hauptstadt der größten Mittelmeerinsel auf. Die Ergebnisse dieser Studie sind bereits im Sommer des vergangenen Jahres öffentlich vorgestellt worden.

Manifesta: Vielfalt des Gartens

Inspriration für die diesjährige Manifest ist unter anderem der französische Landschaftsarchitekt und Philosoph Gilles Clément mit seinem Buch „The Planetary Garden“ gewesen. Dort zeigt er verschiedene Gärten, die Antworten auf extenzielle Fragen des Lebens geben. So wird der Garten sinnbildlich zum geschützen Raum für verschiedene Arten von Menschen, die friedlich zusammen existieren.

Kein Wunder also, dass sich zum Beispiel die Brasilianerin Maria Thereza Alves mit ihrer Installation im Palazzo Butera mit der silzianischen Botanik auseinandersetzt. Das Londoner Kollektivs „Cooking Sections“ hat hingegen an verschiedenen Orten an Bewässerungssystemen gearbeitet. Nur zwei Beispiele, die zeigen wie die Künstler das diesjährige Thema interpretieren.

1968 war nicht nur politisch ein revolutionäres Jahr, sonder auch künstlerisch.Man merkt schon, man braucht hier keine aktuelle Malerei. Es reicht, wenn man einfach mal den Blick für diesen Ort öffnet. Sebastian Frenzelfür ihn hat die Manifesta eine besondere Stimmung. 

Sebastian Frenzel vom Monopol Magazin ist in Palermo bei der Manifesta und hat detektor.fm-Moderatorin Carina Fron davon erzählt.


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