Weichmacher im Blut – für Contador wirds langsam eng

06.10.2010

Rad-Profi Contador bestreitet Doping und argumentiert mit einem Stück Rindfleisch. Nun gibt es offenbar eine zweite auffällige Probe - für den Toursieger wird es langsam eng.

Damals beim Team Astana: Der achtfache Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong (mitte) neben seinem Teamkollegen Andreas Klöden und dem nun erneut unter verdacht stehenden dreifachen Tour-Sieger Alberto Contador (links). / © Bettina Bartzen (ddp)

Er ist ein Idol der ganzen Branche: der dreifache Tour-de-France Sieger Alberto Contador. Doch neben dem Sport-Helden Contador gibt es inzwischen auch den Dopingfall „Alberto Contador“. Der Tour-de-France-Gewinner soll in diesem Sommer auch bei einer zweiten Probe auffällig geworden sein. Das berichtete nun neben der ARD auch die New York Times unter Berufung auf einen Informanten.

Prof. Dr. Fritz Sörgelleitet das Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung und gilt als einer der renommiertesten Experten, wenn es um Dopingverdachtsfälle geht. 

In dieser zweiten auffälligen Probe seien Rückstände eines Weichmachers gefunden worden: Plasticizer werden solche Stoffe genannt, und sie legen die Vermutung nahe, dass Blutdoping im Spiel ist. Bisher war offiziell nur bekannt (und auch zugegeben) worden, dass der Spanier erhöhte Clenbuterol-Werte hatte. Eine Erklärung hierfür lieferte Contador prompt: das habe an verseuchtem Rindfleisch gelegen. Experten haben Zweifel daran: um einen Wert, wie bei Contador gefunden, durch Fleischverzehr zu bekommen, hätte das Kalb so stark mit Clenbuterol gemästet gewesen sein müssen, dass es daran zugrunde gegangen wäre.

Es bleibt: die Sache mit den Weichmachern – und damit eine ziemlich komplizierte Gemengelage, die uns der Dopingexperten Prof. Fritz Sörgel erklärt.