Weißer Rauch und Massenpilgern – Die Medienwirksamkeit der katholischen Kirche

13.03.2014

"Ein Jahr Papst im Amt" ist die Nachricht von heute. "Papst spricht spanischen Nonnen auf Anrufbeantworter" oder "Papst sagt im Angelus-Gebet aus Versehen 'Sch...'" geht nachrichtlich aber genauso um die Welt. Die katholische Kirche ist sich ihrer medialen Aufmerksamkeit sicher. Warum eigentlich?

Keine schlechte Farbwahl: Rot flößt Respekt ein und erhöht die Aufmerksamkeit. Erst recht im grauen Regenwetter. Foto: Andreas Solaro | AFP

Am 13. März vor einem Jahr haben Kameraleute, Radioreporter und Nachrichtenagenturen gebannt auf das Zeichen gewartet. Lange, sehr lange ließ der weiße Rauch auf sich warten. Dann endlich – nach dem fünften Wahlgang – die Überraschung live auf allen Kanälen: Ein Franziskaner als Papst. Damit hatte keiner gerechnet.

Von schwulen Priestern und rechtsradikalen Bischöfen

sah schon in Benedikt XVI. einen medienwirksamen Papst.Andreas Heppsah schon in Benedikt XVI. einen medienwirksamen Papst. 

Nicht nur die Papstwahl zieht uns in ihren Bann. Auch der erste Rücktritt eines Papstes war in aller Munde, oder der Weltjugendtag in Deutschland – ganz zu schweigen von den Skandalen um Sexorgien von Priestern oder rechtsradikalen Bischöfen.

Von der katholischen Kirche scheint eine medienwirksame Faszination auszugehen. Woran liegt das eigentlich? Darüber haben wir mit Andreas Hepp gesprochen. Er ist Medienwissenschaftler und Autor des Buches: „Medien – Event – Religion. Die Mediatisierung des Religiösen“.

Der Weltjugendtag ist ähnlich wie ein Rockkonzert: Man hat viele kleinere Auftritte von unbekannten Bands, aber man hat diesen einen ganz großen Auftritt, der am besten bekannten Band […] Und das ist der Auftritt des Papstes. – Andreas Hepp