Wenn Frauen Männer misshandeln – ein gesellschaftliches Tabuthema?

29.05.2013

Männer werden häufiger als bisher gedacht Opfer häuslicher Gewalt. Doch in Deutschland gibt es bisher nur zwei Männerschutzhäuser. Warum? Scheuen die betroffenen Männer die Hilfe?

Auch Männer erleben zu Hause Gewalt. Schlimmer als körperliche Angriffe ist aber der psychische Druck. Foto: © Gerd Altmann/pixelio.de

 

Viele Männer schweigen. Schweigen aus Scham oder Angst – denn „häusliche Gewalt gegen Männer“ wird nur selten thematisiert.

 

Doch eine aktuelle Studie des Robert-Koch-Instituts zeigt, dass Männer häufiger Opfer häuslicher Gewalt werden, als bisher angenommen. Dabei komme es auch zu körperlichen Übergriffen.

Die größere Gefahr: psychische Gewalt

Viel heftiger und belastender sei aber psychische Gewalt. Beleidigungen oder Drohungen sind häufiger als Schläge oder Tritte.

 

In Deutschland gibt es ungefähr vierhundert Frauenhäuser. Hier finden Frauen Schutz, wenn sie zu Hause Gewalt erleben. Aber es gibt bundesweit nur zwei Männerhäuser.

 

Eines davon ist der „Männerwohnhilfe e.V.“ in Oldenburg. Wieso „Gewalt gegen Männer“ ein gesellschaftliches Tabuthema ist, haben wir den Mitgründer Wolfgang Rosenthal gefragt.

 

Wenn es spezielle Angebote für Männer gibt, dann werden die auch angenommen. – Wolfgang Rosenthal, Männerwohnhilfe