“Absolute Mehrheit” – Wie viel Polit-Talk braucht das Land?

12.11.2012

Auch Stefan Raab reiht sich jetzt in die Riege der Polit-Talker ein. Doch schaut man sich allein die Fülle an politischen Talkshows bei ARD und ZDF an, stellt sich die Frage: Braucht das deutsche Fernsehen überhaupt so viele politische Talkshows?

Neben “Günther Jauch” gibt es allein bei der ARD vier weitere politische Talkshows. Die Anzahl der Sendungen steht seit schon seit einiger Zeit in der Kritik. Foto: © Klaus-Dietmar Gabbert / dapd

Am Sonntag lief die erste Folge von Stefan Raabs neuer Polit-Talksendung „Absolute Mehrheit“. Damit stand er in direkter Konkurrenz zu Günther Jauch von der ARD. Mit der neuen Show präsentierte der Entertainer eine Show, die in der Form so niemand von ihm erwartet hätte. Wenn man jedoch die Anzahl an politischen Talkshows im deutschen Fernsehen betrachtet, muss man letztendlich die Frage stellen, ob ein weiterer Polit-Talk wirklich nötig ist.

ist Herausgeber des Buches «Polit-Talkshows - Bühnen der Macht»Sascha Michelist Herausgeber des Buches «Polit-Talkshows - Bühnen der Macht» 

Allein auf der ARD läuft von Sonntag bis Donnerstag jeden Abend eine andere Talkshow und auch das ZDF hat mit „Maybrit Illner“ ihre eigene Polit-Talkerin. In der Kritik steht dabei nicht nur die „inflationäre“ Menge an Sendungen, sondern auch deren inhaltliche Überschneidungen und eine fortdauernde Personalisierung der Themen.

Innerhalb der ARD ist es deshalb zu Diskussionen gekommen, die die Streichung von mindestens einer Talkshow zur Folge haben könnte. Wer von den bekannten Talkmastern seinen Platz räumen muss, steht indes noch nicht fest.

Ob die Kritik an dem Sendekonzept der politischen Talkshows gerechtfertigt ist und wie die Zukunft des Polit-Talk in Deutschland aussieht, darüber haben wir mit Sascha Michel gesprochen. Er ist akademischer Mitarbeiter am Institut für Medienwissenschaften der Universität Koblenz-Landau.

Sascha Michel über politische Talkshows in der deutschen TV-Landschaft