Wir wulffen: Wie mit der Affäre des Bundespräsidenten ein neues Wort entsteht

12.01.2012

Ich wulffe, du wulffst, wir wulffen: Die deutsche Sprache ist mit der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff um ein Verb reicher geworden. Welche Bedeutung aber hat das Wort und welche Chancen hat es in den deutschen Wortschatz dauerhaft aufgenommen zu werden?

Jemanden den Anrufbeantworter vollquatschen: So kann das neu entstandene Verb “wulffen” unter anderem verwendet werden. Foto: © Uwe Meinhold/dapd

Geschäftsführer des Vereins für Deutsche SpracheHolger KlatteGeschäftsführer des Vereins für Deutsche Sprache 

Wortschöpfungen mit bekannten Namen sind kein neues Phänomen: Pasteurisieren, röntgen und morsen sind zum Beispiel nach ihren Erfindern benannt. Auch Namen von Politikern finden sich im deutschen Sprachgebrauch wieder – so wie hartzen, riestern oder – noch gar nicht so lange her – guttenbergen.

Holger Klatte ist Geschäftsführer des Vereins Deutsche Sprache in Dortmund, der sich um den Erhalt der deutschen Sprache kümmert. Welche Bedeutung das Verb „wulffen“ eigentlich hat und ob wir noch in zehn Jahren wulffen werden, haben wir Holger Klatte im ersten Teil des Interviews gefragt.

Das ist dann eine Wortlücke, die gefüllt worden ist. Weil dieser Sachverhalt – nicht die ganze Wahrheit sagen, aber auch nicht lügen, bisher noch mit keinem Verb bedacht war.

Im zweiten Teil des Interviews beantwortet Holger Klatte, wie neue Wörter eigentlich entstehen und wie sie es in den Duden schaffen können.

Der Duden beobachtet die Sprache regelmäßig und entscheidet dann für seine Neuauflagen, welche Wörter aufgenommen werden beziehungsweise welche gestrichen werden.