Album der Woche: Broken Bells – Broken Bells

15.03.2010

James Mercer und Brian Burton alias Danger Mouse haben sich vermutlich nicht gesucht, aber trotzdem gefunden. Der Shins-Frontmann Mercer und der Gnarls Barkley Mastermind Burton sorgen seit einigen Monaten unter dem Namen „Broken Bells“ für aufgeregtes Hufescharren unter Indie-Musikfreunden. Anfang März erschien ihr selbst betiteltes Debütalbum und ist jetzt schon ein heißer Kandidat für die schönste Pop-Platte des Jahres.

Broken Bells - Broken Bells

Broken Bells

Broken Bells

(AR-EXPRESS / Sony BMG, bereits erschienen)

Popmusik ist ein wahrhaft weites Feld. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich so einiges angesammelt, was der findige Songschreiber und Produzent verwursten kann, um daraus etwas Eigenes zu kreieren. Broken Bells haben das auf besonders gekonnte Weise getan und dabei nichts dem Zufall überlassen. Von den Streichern mal abgesehen, haben die beiden Musiker alle Instrumente selbst eingespielt. James Mercer übernahm die Gesangs-, Gitarren- und Bass-Parts, Brian Burton ist an Orgel, Schlagzeug, Klavier und Synthesizern zu hören.

Getroffen haben sich die beiden schon vor sechs Jahren: Beim Roskilde Festival in Dänemark kommen sie ins Gespräch und es entsteht die Idee, in Zukunft einmal etwas Gemeinsames auf die Beine zu stellen. 2008 nehmen sie erstmals zusammen einen Song für das Album Danger Mouse and Sparklehorse Present: Dark Night of the Soul auf, das jedoch wegen rechtlicher Streitigkeiten mit dem Plattenlabel nicht veröffentlicht wird. Für ihr Projekt Broken Bells schreiben sie 20 brandneue Stücke, von denen es dann zehn auf den Longplayer schaffen.

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Die Songs schlagen einerseits in alle möglichen Stilrichtungen aus, sind voll gepackt mit Instrumenten und Genre-Verweisen. Von Sixties Westcoast Psychedelia über Soul bis zu zeitgenössischem Pop ist alles dabei. Burton dreht das Ganze noch ein-, zweimal durch diverse Effektgeräte, sodass alles ein bisschen wobbelt, klimpert und manchmal knarzt. Andererseits wirken die Stücke keinesfalls chaotisch oder überladen: Sie klingen mal groovy und lässig, mal leise und verträumt. Mercers Gesang tanzt dabei regelrecht auf den Sounds und ist der rote Faden, der den Hörer durch das Album führt. Mit Broken Bells schaffen Mercer und Danger Mouse schöne, klare Melodien, die sowohl im Club als auch morgens auf dem Weg zur Arbeit gut klingen und derer man auch nach mehrmaligem Hören nicht überdrüssig ist.