Album der Woche: Lars And The Hands Of Light – The Looking Glass

29.03.2010

Dänemark ist das neue Schweden. Denn nahezu alles, was an musikalischem Output aus dem kleinen Königreich kommt ist interessant und hörenswert. Neben Kashmir, Efterklang oder den Figurines gibt es jetzt ein neues Sternchen am dänischen Pophimmel: Lars And The Hands Of Light. Ihr Debütalbum „The Looking Glass“ ist vor einigen Tagen erschienen und der perfekte Soundtrack für den Frühling.

Lars Vognstrup treibt sich schon seit längerem in den Clubs und Konzerthallen dieser Welt herum: Er war unter anderem bei den Bands Wolfkin oder Money Your Love aktiv, als Gitarrist mit Junior Senior unterwegs und in seiner Wahlheimat Los Angeles verdiente er seine Brötchen als DJ. Erfreulicherweise widmet sich der Däne zurzeit wieder seiner eigenen Musik: Lars And The Hands Of Light heißt das Projekt, das er zusammen mit Schwester Line Vognstrup, Thomas Stück und Rasmus Valldorf betreibt.

Die Songs für ihren Erstling The Looking Glass haben Lars And The Hands Of Light in Kopenhagen, Malmö und LA aufgenommen. Ähnlich vielfältig sind auch die Einflüsse: Man hört hier ein bisschen The Clash, da ein bisschen The Jam und jede Menge Soul. Ihre Musik klingt jedoch ganz und gar nicht retro, sondern hip und zeitgemäß. Sie schwankt zwischen Pop und Rock, ist leichtfüßig und lädt zum Tanzen ein. In Lars‘ Gesang schwingt immer etwas Sehnsucht und Melancholie mit, was sich jedoch nicht auf die beschwingte Grundstimmung der Platte auswirkt. Seine Stimme erinnert an Anders Wendin alias Moneybrother und auch die Musik geht in eine ähnliche Richtung.

Foto: Simon BirkLars VognstrupFoto: Simon Birk 

Der Opener Me Me Me ist in Dänemark schon ein Radiohit und hat einiges an Ohrwurmpotenzial. Stranger To The Sea legt in Sachen Tempo und Groove noch einen drauf und könnte auch locker auf jeder Northern Soul Party laufen. Bei Three To The Floor kommt 80er Powerpop durch, Multicolored klingt wieder nach Motown. Bei diesem Song übernimmt Line Vognstrup erstmals den Hauptteil des Gesangs. Mit dem Titeltrack The Looking Glass lässt es der zweite Teil des Albums etwas ruhiger angehen, doch spätestens bei Keep My Feet Tagging Along ist der prägnant treibende Bass wieder da und man kann gar nicht anders als mitgrooven. Mit The Looking Glass haben Lars And The Hands Of Light ein wirklich gelungenes Album vorgelegt, bei dem zwar kein Song so richtig heraussticht, das aber trotz seiner Unaufdringlichkeit im Ohr bleibt und das man immer wieder gerne auflegt.

Wir sprachen mit dem Leadsänger und Bandnamensgeber Lars Vognstrup über die junge Band und ihr erstes Album.