Album der Woche: The Preatures – Blue Planet Eyes

Schmissiger Aussie-Pop

23.02.2015

The Preatures haben von Anfang an ziemlich viel richtig gemacht: Erster Platz in einem Songwriting-Contest, "Band of The Year"-Auszeichnung vom australischen GQ Magazin. Auf ihrem Debütalbum "Blue Planet Eyes" überzeugen sie mit schmissigem Sound zwischen 70er Rock und 80er Wave.

Sängerin Isabella Manfredi und ihre Jungs von The Preatures. Foto: Universal Music

The Preatures - Blue Planet Eyes

Blue Planet Eyes

The Preatures

(Universal, bereits erschienen)

Wenn man The Preatures das erste Mal hört, bekommt man unweigerlich dieses Gefühl – irgendwo hat man das doch schon mal gehört?! Sind es vielleicht die Pretenders, Fleetwood Mac oder Haim? Aber so ganz passt das alles eben doch nicht, denn es sind The Preatures.

Vertraute Sounds im neuen Gewand

Ähnlich wie die schon erwähnten Haim, kombinieren The Preatures vertraute Sounds aus der Rock- und Pophistorie und machen sie sich zu eigen. Am Ende steht unwiderstehlich eingängiger Indierock, der zum Montag-Morgen-Kaffee genauso gut passt wie zum Freitag-Abend-Bier.

The Preatures machen seit 2010 gemeinsam Musik. Am Anfang spielen sie vor allem Rolling-Stones-Cover. 2013 erscheint ihre zweite EP Is This How You Feel? und damit gelingt ihnen ein regelrechter Geniestreich. Der Titelsong wird zum Radio-Hit in Australien und auch internationale Medien wie der Guardian und der NME werden auf die Band aufmerksam. Sie gewinnen einen Songwriting Preis, spielen Fernsehauftritte und treten im Vorprogramm der Rolling Stones auf.

Catchy, aber kein Stadionrock

Im letzten Jahr haben The Preatures ihr Debütalbum aufgenommen. Auf Blue Planet Eyes trifft talentiertes Songwriting auf versierte Produktion. Spoon-Schlagzeuger Jim Eno hat an den Reglern gesessen und für alles das richtige Maß gefunden. Von allen Seiten duellieren sich die Gitarren, das Schlagzeug hallt und die variable Stimme von Sängerin Isabella Manfredi klingt mal verletzlich und mal kokett. Das Ganze ist extrem catchy, driftet dabei aber nie in peinliche Stadionrock-Gesten ab.

Die gute Laune ihrer Musik ansteckend. Da ist es auch relativ egal, dass Sängerin Manfredi textlich vor allem mit Post-Beziehungsproblemen kämpft. Mit Blue Planet Eyes haben The Preatures ein vielversprechendes Debüt hingelegt, das gleichzeitig neu und vertraut klingt, das einerseits radiotauglich ist und trotzdem cool genug für den Indieclub.