detektor.fm-Session mit Say Yes Dog

Lebendige Plastikmusik

29.10.2015

Say Yes Dog machen eingängigen Elektropop zwischen tanzbaren Grooves und Melancholie. In der detektor.fm-Session sprechen sie über ihre Liebe zur "Plastikmusik" und spielen zwei Songs aus ihrem neuen Album "Plastic Love".

Say Yes Dog - Plastic Love

Plastic Love

Say Yes Dog

(Diskodog Records, bereits erschienen)

Was macht man, wenn man unbedingt auf das ausverkaufte Fusion Festival möchte, aber für überteuerte eBay-Tickets kein Geld übrig hat? Say Yes Dog wissen sich zu helfen und drehen ein Livevideo zu ihrem Song „Get It“, das sie den Organisatoren des Festivals zukommen lassen. Die zeigen sich von Song und Video angetan und buchen die Band kurzerhand. Der Beginn von Say Yes Dog.

Nach dem Fusion-Auftritt folgen Club-Touren und Showcase-Slots bei Festivals wie dem Primavera Sound oder dem Eurosonic. Auch auf der detektor.fm-Geburtstagsparty letztes Jahr haben Say Yes Dog gespielt. Zuletzt war die Band für zwei Termine in Ghana. Neben den Konzerten haben die studierten Toningenieure dort auch Workshops für Musikproduzenten gegeben.

So live wie möglich

Dass die Band weltweit so gut ankommt, verwundert nicht. Ihr Elektro-Pop ist extrem eingängig und tanzbar, Bassist Paul Rundel und Schlagzeuger Pascal Karier können aber mehr als nur stumpfe Four-To-The-Floor-Rhythmen. Dazu kommt Sänger und Keyboarder Aaron Ahrends, der die melodieverliebten Songs mit seiner schwermütigen Stimme erdet. Dabei setzt die Band komplett auf Live-Instrumentation – Loops und Samples vermeiden die drei soweit es geht. Für Aaron Ahrends bedeutet das vor allem Spaß auf der Bühne:

Ich glaube, dass wir immer versucht haben, in unserer Musik auch den Raum da zu lassen für neue Sachen und für spontane Aktionen auf der Bühne. Dass das nicht alles durchprogrammiert ist und wie ein Popsong drei Minuten von A bis B geht, sondern dass wir auch live wirklich was zeigen können und anders spielen können als auf der Aufnahme. Sonst macht’s uns keinen Spaß.

Die Liebe zur Plastikmusik

Say Yes Dogs Debütalbum trägt den Titel „Plastic Love“. Diese „Plastikliebe“ ist dabei nichts schlechtes, sondern spiegelt schlicht die Hang der Band zur „Plastikmusik“ wieder. Als gitarrenlose Band werden Say Yes Dog oft in diese wenig schmeichelhafte Schublade gesteckt, der Titel spielt augenzwinkernd darauf an. Bassist Paul Rundel:

Wir sind eine Band ohne Gitarre. Das sollte man gar nicht unbedingt meinen, aber deswegen wird man bei einigen Radios nicht gespielt, weil Gitarrenmusik immer noch superwichtig ist. Zu Recht natürlich, aber das ist auch ein bisschen eine Trotzreaktion, dass wir unsere Liebe zur Plastikmusik weitertragen wollen.

Mit „Plastic Love“ touren Say Yes Dog im Moment durch Europa. Vor ihrem Konzert in Leipzig haben die drei sich die Zeit genommen, bei uns im detektor.fm-Studio vorbeizuschauen. Zwei Songs vom Album haben  sie auch für uns gespielt.


Redaktion: Vincent Raßfeld