“Gute Songs gibt es nicht im Baumarkt ” – The Broken Beats im Interview

02.02.2011

Die dänische Band The Broken Beats hat gerade ihre Tour durch Deutschland beendet und dabei eine kleine Schar von Menschen in diversen kuscheligen Clubs sehr glücklich gemacht. Wir haben sie in Berlin getroffen und hatten Gelegenheit mit Sänger Kim Munk zu sprechen.

The Broken Beats bei ihrem Konzert in Berlin (Foto: detektor.fm)

Für den ambitionierten Stilmix von The Broken Beats und die instrumentale Vielfalt zwischen Gitarre, Geige und Cembalo-Klängen hat Kim Munk den Begriff Powerpop geprägt – und steht dazu. Schließlich sei selbst die Musik von Bach und Mozart im Prinzip nach unserer heutigen Definition Pop gewesen, auch wenn die das damals vielleicht nicht so gesehen haben. Munk ist der Mann, der bei den Broken Beats die Songs schreibt, meistens auf der Gitarre. Dann nimmt er sie mit in den Proberaum und dort arbeiten alle gemeinsam daran, wie der Song letztlich klingen soll. Manchmal kämpft Kim allerdings regelrecht mit den Songideen, weil sie sich einfach nicht so richtig fassen lassen wollen.

Mit manchen Songs tue ich mich einfach schwer. Man ist so konzentriert darauf und hört regelrecht, ja, an dieser Idee ist was dran, aber kriegt es einfach nicht hin. Dann kommen sofort die Selbstzweifel, vielleicht hab ich doch kein Talent dafür. Aber irgendwann in diesem Prozess gibt’s eben doch einen Lichtblick und plötzlich steht der Refrain.

Es gibt aber auch Songs, die schreiben sich fast von alleine – so geschehen bei The Rules.

The Rules war wirklich sehr leicht zu schreiben. Er hatte eine ganz klare Richtung. Wir spielten ihn – und das schwierigste dabei war, den richtigen Schwung dafür zu finden. Das ist die eigentliche Aufgabe, wenn man einen neuen Song probt – er muss „swingen“.

Stichwort „Swing“ – bei The Rules ist mittendrin ein großartiges Saxophon-Solo zu hören – aber in der Band gibt es gar keinen festen Saxophonspieler. Also wer ist der geheimnisvolle Saxophonist?

Das war ein Typ, der in Dänemark bei Rollenspielen mitmacht. Mehr weiß ich nicht über ihn – ich hab ihn auf der Straße getroffen. Er spielt auch Flöten und alles Mögliche. Er kam ins Studio und spielte für uns – und dann ist er wieder abgehauen.

Ein perfektes Beispiel dafür, dass es bei den Broken Beats doch oft ganz schon unkonventionell zugehen kann – Hauptsache, es entsteht gute Musik dabei. In der offiziellen Bandbiographie verkündet die Plattenfirma übrigens euphorisch, Kim Munk gehöre mittlerweile zu den 15 besten Songwritern in Europa – absolut korrekt, bestätigt Kim im Brustton der Überzeugung.

Ich will nicht arrogant klingen, aber ich habe auch wirklich hart an meinem Songwriting gearbeitet. Ich habe keine Ausbildung in dem Sinne und am Anfang war es für mich ein großes Rätsel, wie man überhaupt einen guten Song schreibt. Immerhin gibt’s da keine Bauanleitung für…

Mittlerweile kann er sich ein Leben ohne Musik nicht mehr vorstellen – das sei fast wie eine Religion für ihn, eine große Wahrheit. Wenn er einen Song geschrieben hat, sagt er, ist er eben mit sich selbst und der Welt im Einklang.