Keine Angst vor Hits – Folge 3

18.02.2011

Eine weitere Folge unserer kleinen Radionovela über Musik die nicht mehr aus dem Ohr geht und sich jüngst in der detektor.fm-Playlist festgebissen hat. Heute u.a. mit ganz vielen bestimmten und unbestimmten Artikeln - The Strokes, An Horse, A Forest.

Im März mit neuem Album - The Strokes (Foto: Sony Music)

The Strokes – Under Cover Of Darkness

Fünf Jahre sind seit dem letzten Album ins Land gezogen. Geändert hat sich eigentlich nichts. Die New Yorker schrammeln nach wie vor ihre puristischen Riffs zum immer leicht lethargischen anmutenden Gesang Julian Casablancas. Wir finden: Auch Lustlosigkeit braucht ihren Platz im emsigen Popzirkus! Über die Produktion kann man sich streiten. In und um New York herrscht derzeit leider der Trend, Gitarrenmusik matschig und verwaschen klingen zu lassen. Dazu tendiert auch der Vorbote des im März erscheinenden Longplayers mit dem Titel Angles. Andererseits haben The Strokes auf ihrem Debüt Is This It vor zehn Jahren nichts anderes gemacht. Und auch wenn diesmal ein paar Millionen Platten weniger über die Ladentheke gehen, Fans der ersten Stunde werden ihre altbekannten Strokes ins Herz schließen.

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An Horse – Trains And Tracks

Kapodaster auf die Gitarre, ein paar Barrégriffe und ein schepperndes Uptempo-Schlagzeug – Rockmusik kann so einfach sein. Das hat beim Duo Kate Cooper und Damon Cox aus Brisbane schon mal gut geklappt und scheint auch die Devise für Walls, das für April angekündigte Zweitlings-Werk zu sein. Trains And Tracks prescht unbekümmert ins Ohr, um dort festzustellen: „Oh my god, I tic tac for you“.

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A Forest – A Listener

Unter dem Motto „Drei Bäume sind ein Wald“ forstet sich das Trio aus Berlin und Leipzig traumwandlerisch durch leicht angejazzte Loops und aufs Wesentliche reduzierte Electronica. A Listener ist Teil einer Ende März erscheinenden EP, deren Produktion man als Käufer eines handsignierten und mit persönlicher Widmung versehenen Exemplars mitfinanzieren kann. Das Ganze nennt sich Crowdfunding und ist momentan der letzte Schrei unter Kulturschaffenden.

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Noah And The Whale – L.I.F.E.G.O.E.S.O.N.

„In 5 Years Time“ hat uns Sänger Charlie Fink damals hippiesk versprochen, würde es nur noch Liebe und ganz viel Sonne geben. Dem folgte ein Album voller Herzschmerz-Songs und was kommt nun? Na klar, der Das-Leben-geht-weiter-Soundtrack. Den buchstabieren Noah And The Whale mit ganz viel Herz und in aller Deutlichkeit. Für L.I.F.E.G.O.E.S.O.N. gibt’s von uns jede Menge R.E.S.P.E.C.T. und ein Ehrenplatz in der Playlist.

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Friska Viljor – Larionov

War ja klar, dass das schwedische Herrendoppel Friska Viljor irgendwann genervt davon war, dass man ihm ständig die Geschichte der wehleidigen Schnapsdrosseln angedichtet hat. Zeit, sich mit Irreführung zu revanchieren. Das neue Album heißt The Beginning Of The Beginning Of The End und – Zitat – „statt, wie beim Erstling, fröhliche Musik zu traurigen Texten und umgekehrt, haben wir jetzt die Melancholie der Texte mit trauriger Musik verstärkt – und umgekehrt…“ Die erste Kostprobe fällt jedenfalls unter die Kategorie fröhliche Musik, soviel steht fest. Larionov brettert im Eiltempo und mit euphorischen Bläsersätzen in die detektor.fm-Rotation.

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Faded Paper Figures – Invent It All Again

Ein Trio aus Los Angeles, welches das Warten auf das wahrscheinlich nie erscheinende zweite Postal-Service-Album versüßt. Invent It All Again erfindet das Elektropop-Rad natürlich nicht neu, lässt einem dafür aber die Illusion, das man ja eine Menge andere Dinge einfach noch mal neu erfinden kann. Fetzt!

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Metronomy – She Wants

Das britische Elektropop-Formation meldet sich im April mit einem neuen Album zurück. Die erste Single She Wants ist abgedunkelter Synthie-Pop mit einem schnarrenden The-Cure-Bass und einer Melodie, die langsam aber zielstrebig unter die Haut krabbelt.

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When Saints Go Machine – Fail Forever

Im dänischen Radio jüngst zum Talent des Jahres erkoren, veröffentlicht die Kopenhagener Band nun in Deutschland ein Mini-Album. Der Titeltrack Fail Forever ist eine höchst gelungene Mixtur aus dezenten elektronischen Spielereien und organischen Streicher-Arrangements. In seiner manisch stampfenden Art ist der Song ein treuer Begleiter für den Weg vom Club nach Hause. Seine volle Esszenz entfaltet er spätestens dann, wenn beim Sonnenaufgang die Selbstzweifel das Zepter in die Hand nehmen.

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