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Andreya Casablanca
Foto: Suzanne Caroline de Carrasco

Keine Angst vor Hits

Teenage Angst im Reichensport

Pauls Jets servieren eine musikalische Wundertüte, Andreya Casablanca macht solo Discopop, Albrecht Schrader verarbeitet Teenage-Angst im Reichensport und Whitney wildern im 90er R&B. Außerdem: Das Thema Polizeigewalt im Hip-Hop. All das und mehr in der neuen Folge von „Keine Angst vor Hits“.

Neue Alben

Pauls Jets – Highlights zum Einschlafen

Die Wiener Band Pauls Jets um den Sänger und Songwriter Paul Buschnegg hat vor etwas mehr als einem Jahr ihr Debüt „Alle Songs bisher“ veröffentlicht. Darauf: unbekümmerter Wave-Pop mit charmant und auf den ersten Blick fast banalen deutschen Texten. Der Nachfolger „Highlights zum Einschlafen“ ist ein bunt gemischter Haufen: Akustikgitarre, lärmende E-Gitarre und Synthies und auch mal eine leicht schiefe, jazzige Trompete. Verbindendes Element ist Buschneggs Stimme, die gleichzeitig nach kindlichem Staunen und Tiefgang klingt. Außerdem vermitteln alle Songs Witz in einer immer mitschwingenden Traurigkeit – typisch Wien eben.

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Christian Lee Hutson – Beginners

Christian Lee Hutson kommt aus Los Angeles und macht Indiefolk. Er hat sein drittes Album „Beginners“ genannt, weil er sich – mit 29 – immer noch wie ein Anfänger fühlt. Macht nichts Christian Lee, das sind wir doch alle. In seinen Songs führt er Selbstgespräche, Phantasiegespräche und geht dem Tagträumen nach. Mit Produzentin Phoebe Bridgers hat er seine Gesangsspuren vom Smartphone ausgebaut, ohne jedoch zu viel zu polieren und so bleibt die heimelige Atmosphäre der Songs erhalten. Gastauftritte von u.a. Bridgers selbst und Conor Oberst verleihen den offenherzigen Songs eine zusätzliche Ebene.

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Hania Rani – Home

Die Pianistin Hania Rani wurde in Danzig geboren, lebt und arbeitet heute in Warschau und Berlin. Im letzten Jahr ist ihr Debütalbum „Esja“ erschienen und war für fünf „Fryderyks“ nominiert, dem wichtigsten Musikpreis Polens. Die Stücke darauf basierten vor allem auf ihrer Faszination für das Klavier und entsprechend stand dieses Instrument im Zentrum. Auf dem zweitem Album „Home“ gibt sie sich experimenteller – arbeitet mit Gesang und elektronischen Elementen, bei einigen Tracks wird sie auch von einer Rhythmussektion unterstützt. Gemastert wurde „Home“ in Berlin von Zino Mikorey, der für seine Arbeit mit Künstlern wie Nils Frahm und Ólafur Arnalds bekannt ist.

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Neu auf der Playlist

Andreya Casablanca – Talk About It

Andreya Casablanca ist eine Hälfte der deutschen Powerpop-Indieband Gurr. Die zerren gerne härter an den Gitarrensaiten, Casablanca mag aber nicht nur Gitarrenbands, sondern zählt auch KünstlerInnen wie Grimes, Dua Lipa oder Lady Gaga als Vorbilder auf. Aufgenommen und geschrieben hat sie “Talk About It” auf Tour. Und trotz Homestudio-Produktion und “Lo-Fi-Ansatz”, wie Casablanca selbst sagt, ist der Track tanzbodentauglich abgemischt. Nächster Halt bei Casablancas Solo-Ausflug in die Elektropop-Welt: Funky Town.

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Whitney – Rain

Whitney sind Julien Ehrlich und Max Kakacek aus Chicago. Der Guardian beschrieb das Duo mal als “Bon Iver mit mehr Folk und Country und einem Chicago Soul-Makeover”. Nun kommt zu den vielseitigen Stileinflüssen auch noch RnB der 90er. Mit “Rain” covern Whitney einen populären aber vielleicht etwas verschütteten Klassiker. Hochglanz und Pomp des Originalsongs von SWV (Sisters with Voices) werden um ein paar Lagen reduziert. Das macht den Track zu einer Art originalgetreuem, aber weniger klebrigem Rebrush für das neue Jahrtausend.

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Albrecht Schrader – Auf dem Golfplatz

Albrecht Schrader hat viel mit anderen Bands und KünstlerInnen gearbeitet. Unter anderem war er bis 2019 Obermotz von Jan Böhmermanns Showband, dem Rundfunktanzorchester Ehrenfeld. In seinen Solo-Veröffentlichungen zeigt Schrader sein Händchen für pseudo-naive Texte, die das Groteske und Komische im Normalen entlarven. In seiner neuesten Single nähert er sich seiner Teenage-Angst als Kind aus gutem hanseatischen Hause. Und das hieß für Schrader offenbar: Kein Fußball auf der Straße mit zerbeulter Coladose, sondern mit Caddy und Feinstrick-Pollunder “Auf dem Golfplatz”.

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