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Bea Kristi alias beadadoobee.
Foto: Jordan Curtis Hughes

Keine Angst vor Hits

Housemusik die ganze Nacht

beabadoobee ist die neue britische Gitarrenpop-Hoffnung, die Detroiter Band Protomartyr findet das Schöne im Hässlichen, L’Impératrice bitten zum Tanz und der Britpop-Veteran Jarvis Cocker hat eine neue Band. Außerdem: die Shortlist der VUT Indie Awards 2020. All das und mehr in Keine Angst vor Hits.

When we started there was no sense of a future. When you start a garage band in Detroit you’re not making five-year-plans. Its better to focus on the here and now. I really enjoy the immediacy on the first record and wanted to recapture that. – Joe Casey (Protomartyr)


Neue Alben

Protomartyr – Ultimate Success Today

Die Detroiter Postpunk-Band Protomartyr gibt es schon seit über zehn Jahren und das, obwohl ihre Musik eine “No Future”-Haltung ausdrückt. Ihr 2012er Debütalbum “No passion all technique” war ein wütender 30-Minuten-Ausbruch, der nur verbrannte Erde hinterließ. Dringlich und unmittelbar ist auch ihr neues Album “Ultimate Success Today”. Nervöse Gitarrenriffs werden von einem stoisch-rumpelnden Schlagzeug malträtiert, dazu kommt Joe Caseys aggressiv-anklagender Sprechgesang. Erstmals haben sie sich Jazzmusiker ins Studio geholt, darunter Jemeel Moondoc und Izaak Mills. Caseys Texte handeln von Angst, Krankheit oder Tod und doch finden Protomartyr auf “Ultimate Success Today” mal wieder das Schöne im Hässlichen.

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Genevieve Artadi – Dizzy Strange Summer

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Musikerin Genevieve Artadi aus Los Angeles, Schwierigkeiten hat, still zu sitzen. Denn neben ihren zahlreichen Bandprojekten, schafft sie es auch, Solo-Songs zu schreiben. Im Gegensatz zum überdrehten Elektropop ihrer Band Knower schaltet sie auf ihrem neuen Album “Dizzy Strange Summer” zwei Gänge runter. In den manchmal improvisiert wirkenden Stücken kombiniert sie Funk, Jazz, Bossa Nova und Avantgarde-Elektronik. Sie selbt sagt, dass die Platte in einer Zeit des Umbruchs entstanden ist, in der sie sich verloren gefühlt hat. Ein bisschen so fühlt sich auch das Album an.

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Jarv Is – Beyond The Pale

Alle, die in den 90ern Britpop mochten, haben “A Different Class” von Pulp im CD-Regal gehabt. Und zu recht: Songs wie “Disco 2000” oder “Common People” sind längst zeitlose Klassiker. Anfang der 2000er war Schluss mit Pulp, 2006 und 2009 hat Sänger Jarvis Cocker Soloalben veröffentlicht. Außerdem ist er als Radiomoderator und Songschreiber für andere Musiker tätig. Für sein neues Bandprojekt Jarv Is hat er sich mit Kolleg*nnen wie Jason Buckle und Andrew McKinney zusammengetan. Auf dem Debütalbum “Beyond The Pale” säuselt, sprechsingt und croont sich Cocker durch die vielgestaltigen Songs, dass es eine Freude ist. Es geht um Brexit, Vergangenheitsverklärung und Fastfood. Als Basis für die Songs dienten mitgeschnittene Konzerte, denn die Band war anfangs als reines Live-Projekt gedacht. Trotz des überspannten Bandnamens ein gelungenes Album, auf dem sich Jarvis Cocker mal wieder als einer der intelligentesten Songwriter unserer Zeit zeigt.

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Neu auf der Playlist

L’Impératrice – Voodoo

Das Pariser Kitsuné Label hat mit seiner Ästhetik und seinen Veröffentlichungen die Mitte der 2000er geprägt. In der Zwischenzeit war es ein bisschen still um die Diskomusik französischer Prägung. Aber L’Impératrice könnten das ändern. Man hört es nicht unbedingt, aber es ist eine sechsköpfige Band, die da ihre präzise groovenden Nummern spielt. In „Voodoo?“ geht es nur um das eine: Tanzen. Und zwar möglichst ungelenk und schlecht. Das ist nämlich befreiend, so die Message des Songs. Also: Sur le dansfloor, s’il vous plait!

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Will Butler – Surrender

Will Butler ist der Bruder von Win Butler und die spielen beide bei Arcade Fire. Will ist da aber eher im Hintergrund. Auch im Hintergrund, aber trotzdem gut im Geschäft war Will Butler beim Soundtrack zum Film HER. Die Filmmusik, die er mitschrieb, war für einen Oscar nominiert. Und weil Arcade Fire in den letzten Jahren nicht hyperproduktiv waren, findet Will Butler nun Zeit für ein drittes Soloalbum namens „Generations“, das am 25. September erscheinen wird. Die erste Single „Surrender“ ist ein Rock-Song mit ganz viel Call-and-response, Oh-oh-ohhs und Handclaps. Und hat damit alles, was zu einem zünftigen Indie-Song dazu gehört.

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Beabadoobee – Care

Die ersten Rockstars Jahrgang 2000 sind da. Feel old yet? Bea Kristi ist Filipino-Britin und nennt sich auf der Bühne Beabadoobee. Die oft treffsicheren Kolleg*innen von BBC Music haben sie auf ihrer Liste als Durchbruchkandidatin 2020. Und auch der NME hat ihr den Radar Award für Nachwuchskünstler*innen verliehen. Beabadoobee hat einen Song darüber, dass sie sich wünscht Stephen Malkmus zu sein. Sie ist also der Beweis dafür, dass die Kids nicht nur Straßenrap hören. Stattdessen gibt sie Einflüsse wie Beck, Elliott Smith, Karen O und den Yeah Yeah Yeahs an. Und hat sich schon Fans bei prominenten Künstler*Innen wie Taylor Swift, Jaden Smith oder The 1975 erspielt. Ihre neueste Single „Care“ feiert den 90er-Riffrock und ist ein Single Release aus ihrem Debütalbum „Fake It Flowers“, das noch dieses Jahr erscheinen soll.

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