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Arlo Parks
Foto: Alexandra Waespi

Keine Angst vor Hits

Filtereffekte-Schichtsalat

Arlo Parks zieht uns mit ihrer sanften Stimme in ihren Bann, Father John Misty schaut in gleich mehrere Spiegel und die detektor.fm-Herzensband The Notwist kündigen mit einer kurzen EP ein neues Album an. All das und mehr in Keine Angst vor Hits, unserem wöchentlichen Musik-Update.

Neue Alben

The Notwist – Ship

Das letzte reguläre Studioalbum von The Notwist hieß „Close to the glass“ und ist 2014 erschienen. Seitdem sind die Acher-Brüder nicht untätig gewesen: 2015 haben sie das Album „Messier Objects“ veröffentlicht, mit Stücken aus Theater- und Radioproduktionen. Außerdem haben sie die Programmgestaltung von vier Ausgaben des Festivals „Alien Disko“ in München übernommen. Dort haben sie auch das japanische Duo Tenniscoats kennengelernt und mit ihnen gemeinsam das Projekt „Spirit Fest“ ins Leben gerufen. Der Titeltrack der neuen EP „Ship“ ist ein weiterer Schritt in dieser Zusammenarbeit, Sängerin Saya ist darauf zwischen Percussions, einer vibrierenden Synthieline und E-Gitarren zu hören. Mit nur drei Stücken ist „Ship“ so schnell vorbei, dass man am liebsten gleich wieder von vorne anfangen möchte. Immerhin geben die drei Stücke einen Ausblick auf ein bevorstehendes Album, zu dem es aber noch kein Veröffentlichungsdatum gibt.

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Siv Jakobsen – A Temporary Soothing

Die norwegische Musikerin Siv Jakobsen hat Gesang am renommierten Berklee College of Music studiert. Als sie dort einen Kurs im Songwriting besuchte, war ihr klar: das ist mein Ding. Ihre zarten Indiefolksongs hat sie schon auf einer EP („The Lingering“, 2015) und einem Album („The nordic mellow“ 2017) veröffentlicht und hat als Support für u.a. Bear’s Den und Damen Jurado gespielt. Auf ihrem neuen Album „A temporary soothing“ stellt sie sich die Frage, ob sie auch kreativ sein kann wenn sie nicht schlecht drauf ist oder ob sie absichtlich Reibung und Einsamkeit sucht. Mit üppiger Instrumentierung und ihrem sphärischen, feenhaften Gesang kreiert sie zerbrechliche Folkpop-Stücke.

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Nubia Garcia – Source

Die Londonder Saxophonistin Nubia Garcia hat familiäre Wurzeln in der Karibik und in Südamerika. Ihr musikalisches Talent stellt sie seit einigen Jahre in der hippen und lebendigen Jazzszene der britischen Hauptstadt unter Beweis. 2017 erschien ihre Debüt-EP „Nubya’s 5ive“, 2018 noch eine EP, sie hat unter anderem den Jazz FM Breakthrough Act of the Year Award gewonnen. Auf ihrem Debütalbum „Source“ verbindet sie Jazz mit Reaggae, Soul, Dubstep und auch Cumbia und Calypso. Garcia ist nach Bogotá geflogen, hat sich gleichgesinnte Gäste (z.B. von Kokoroko) ins Studio eingeladen, und mit ihrer Band gejammt. Trotz der vielen unterschiedlichen Einflüsse klingt das Album fokussiert, ist fest im Jazz verwurzelt. „Source“ breitet seine Arme in viele Richtungen aus und ist eine sehr gelungene Demonstration darin, wie Jazz heute klingen kann.

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Neu auf der Playlist

Father John Misty – To S.

Joshua Michael Tillman hat mit den Fleet Foxes und Damien Jurado gespielt und danach seine Solokarriere als Father John Misty gestartet. „Wenn du mir die Musik wegnimmst, dann hab ich nur noch meinen Schnurrbart und meine ‚bad attitude‘“, sagt er über sich selbst. Wobei: Da wächst definitiv noch mehr Haar als nur ein veritabler Schnörres an Father John Mistys Kopf. Und mit seiner so „inakzeptablen Verhaltensweise“ ist er auch immer wieder als Kritiker und Provokateur aus dem Innern der Musikbranche aufgefallen. Er hat Spotify und Taylor Swift getrollt. Und er hat für Beyoncé und Lady Gaga geschrieben, um möglichst direkt zu erfahren, wie durchkommerzialisiert und bigott der Pop ist. Ebenso widersprüchlich ist oft auch seine eigene Musik. Mal Blues, mal Indie und mal Folkballade, aber in diesen bodenständigen Genres mit oft verkopften Lyrics. Wie in der Doppelsingle „To S.“ und „To R.“. Die kündigen allerdings (noch?) kein Nachfolgealbum für „God’s Favourite Customer“ an. Sondern sind ein Beitrag zum Sampler „Singles Club Vol 5.“ seines Plattenlabels Sub Pop.

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Lupin – May

Ebenfalls musikalisch sehr aktiv ist Jake Luppen. Er ist Gründungsmitglied und Sänger der Bands Baby Boys und Hippo Campus. Letztere machen eher konventionellen Indie mit viel „Uoh-uoh-uohs“ , während die Baby Boys eher als glitchy Sample-Pop-Projekt durchgehen. Zwischen seinen Touren mit den Bands 2018 und 2019 hat Jake Luppen aber zudem Solo-Songs geschrieben, die er nun gemeinsam mit BJ Burton (Bon Iver, Low, Charli XCX) zu Ende produziert hat. Als Lupin überdreht Jake Luppen noch ein bisschen mehr und lässt die abgegriffenen Feelgood Indie-Sounds ganz weg. Wie sein Solo-Alias, die Lupine, passt auch der Titel seiner ersten Veröffentlichung ins florale Bild: „May“ heißt der Track, wobei hier die Blumen eher nach quietschbunter Plastikdeko klingen. Am 9. Oktober wird dann das ganze Album erscheinen.

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Arlo Parks – Hurt

In der Schule dachte Anaïs Oluwatoyin Estelle Marinho, sie sei das einzige schwarze Mädchen, dass nicht für 50 Pfennig tanzen kann. Aber texten und singen kann sie dafür ganz beachtlich. Bei der BBC-Umfrage Sound of 2020 wurde Arlo Parks von den befragten Musikkritiker*innen als eine der Newcomerinnen dieses Jahres vorhergesagt. Dabei ist die 2000 geborene Londonerin gerade erst dem Schulalter entwachsen. Eines ihrer hervorstechendsten Talente ist es, mit ihrer warmen und leicht behauchten Stimme in wenigen Sätzen plastisch emotionale Landschaften zu zeichnen. In denen geht es oft um die dunklere Seite des menschlichen Gefühlsrepertoirs: Depression, Isolation, Liebeskummer. Jede Menge Schmerz also, den sie auch in „Hurt“ thematisiert.

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