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Romy Madley Croft
Foto: Vic Letaigne

Keine Angst vor Hits

Bombastische Bedrohlichkeit

Romy Madley Croft von The xx ist auf Pop-Pfaden unterwegs, Anna B Savage befreit sich aus einer toxischen Beziehung und Slackerkönig Kurt Vile covert die Nashville-Legende John Prine. Das und noch mehr Neuigkeiten aus der Welt der Popmusik gibt’s diese Woche in Keine Angst vor Hits.

Neue Alben

Amilli – Pulling Punches (EP)

2018 ist Amilli mit ihrem Song „Rarri“ zum ersten Mal auf der musikalischen Bildfläche erschienen und hat damit gleich ordentlich Wellen geschlagen. Mittlerweile wurde er über 4 Millionen Mal gestreamt. Mit ihrer soulig-kratzigen Stimme und modernem R&B-Sound hat sich die Bochumerin seitdem zum Kritikerliebling gemausert. Ihre zweite EP „Pulling Punches“ bestätigt: das war kein Zufallstreffer. Sie thematisiert Befindlichkeiten einer selbstbewussten jungen Frau: Liebesbeziehungen, Sehnsucht etc. Dicht arrangiert mit viel Bass und auch mal mit Streichern ist ihr der Zuspruch aus der nationalen Blogosphäre für „Pulling Punches“ sicher.

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Kurt Vile – Speed, Sound, Lonely (EP)

Kurt Vile ist bekannt für seinen zurückgelehnten Slackerrock. Sein letztes Album „Bottle it in“ erschien 2018, im Jahr davor hat er mit seinem weiblichen Counterpart Courtney Barnett „Lotta Sea Lice“ veröffentlicht. Der 40-Jährige ist schon lange Fan des großen Songwriters und Country-Musikers John Prine, der im April an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben ist. Glücklicherweise hatte Vile über die letzten Jahre Gelegenheit einige Songs mit John Prine aufzunehmen – das Ergebnis ist die EP „Speed, Sound, Lonely“. Darauf zu finden sind wunderbar vorgetragene Klassiker von Prine und einer anderen Country-Legende – Jack Clement. Außerdem auch zwei neue Songs von Vile selbst, die sich nahtlos in die rootsige Atmosphäre der EP einfügen.

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Working Men’s Club – Working Men’s Club

Die Band Working Men’s Club gibt es erst seit etwa Jahren, aber sie haben schon einen fast kompletten Line-Up-Tausch und einen Stilwechsel vollzogen. Waren die ersten paar Songs noch gitarrenlastiger Postpunk, klingen die Stücke ihres selbstbetitelten Debütalbums eher nach elektronischer Tanzmusik. Kopf des ganzen ist Sänger Syd Minsky-Sargeant, der gerade mal 18 Jahre jung ist. Musikalische Orientierungspunkte auf „Working Men’s Club“ sind The Fall, Human League oder auch Suicide. Die Band aus Yorkshire spielt Synthies, Gitarre und Bass und benutzt programmierte Beats. Eine entscheidende Rolle bei der Soundfindung hat auch Produzent Ross Orton gesoielt, der schon mit den Arctic Monkeys oder Tricky zusammengearbeitet hat.

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Neu auf der Playlist

Romy – Lifetime

Romy hat als Sängerin und Bassistin von The xx schon einflussreiche Indie-Musik gemacht. Und während Co-Mitglied Jamie xx mittlerweile überwiegend solo und elektronisch unterwegs ist, hat auch Romy eine steile Karriere hingelegt – als Songschreiberin. Zwar wird man da gewöhnlich nicht als Interpret oder Interpretin genannt. Dafür sind aber die Künstler und Künstlerinnen, für die sie schreibt, umso namhafter: Tracks von Jehnny Beth (Savages) oder Mark Ronson kamen aus Romys Feder. Und auch beim Grammy-prämierten Hit “Electricity” von Dua Lipa und Silk City (Calvin Harris & Diplo) war Romy Mitautorin. In einem ähnlichem 90er-House Revival-Soundkosmos bewegt sich auch Romys erste Single “Lifetime”.

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Anna B Savage – A Common Tern

Anna B Savage ist eine Singer-Songwriterin mit kraftvoller und rauchig temperierter Stimme. Schon 2015 hat sie eine EP veröffentlicht, deren Erfolg sie aber erst Mal aus der Bahn warf. Denn Anna B Savage reagierte mit dem Hochstapler-Syndrom. Bei diesem Phänomen zweifeln Menschen massiv an ihren Fähigkeiten und werten ihre eigentlich beachtlichen Eigenleistungen zum Beispiel als Zufall oder Glück ab. Möglicherweise wurde diese Selbst-Geringschätzung durch eine toxische Beziehung begünstigt, in der sich Savage befand. Aus der konnte sie sich mittlerweile befreien und aus der Schreibblockade auch. Ihr Debütalbum “A Common Turn” ist fertig. Der Schlüsseltrack “A Common Tern” ist bereits die dritte Single daraus und behandelt die eben genannte toxische Beziehung und die Flucht daraus.

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Fotos – Das Verlangen

Schon Mitte der 2000er ritten Fotos auf der damaligen deutschen Indierock-Welle mit. Zwei Alben veröffentlichten sie beim Major-Label EMI. Nach einem Indielabel-Album und langer Pause kamen dann 2017 das vierte Album „Kids“ und Supportgigs für Stadionauftritte von Bilderbuch. So scheinen Fotos wieder Gefallen gefunden zu haben an der Musik. Das fünfte Album wird “Auf zur Illumination” heißen und 2021 erscheinen. Erste Single ist “Das Verlangen”. Und deren Lo-Fi-Sound und poetischer Text sind ein gelungener Gegenentwurf zum aktuell eher aufdringlich glanzpolierten Deutschpop.

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