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AnnenMayKantereit
Foto: Universal Music

Keine Angst vor Hits

Ihr kriegt uns hier nicht raus

AnnenMayKantereit analysieren die Gegenwart, Babeheaven liefern den Herbstsoundtrack, Son Lux entdecken den Soul in ihrer experimentellen Musik und deutsche Bands zollen dem großen Rio Reiser Tribut. Das und noch mehr Neuigkeiten aus der Welt der Popmusik gibt’s diese Woche in Keine Angst vor Hits.

Neue Alben

Babeheaven – Home For Now

Babeheaven ist nicht der Name eines Stripclubs, sondern des musikalischen Projekts von Nancy Andersen und Jamie Travis. Die beiden Londoner kennen sich schon seit sie als 13-Jährige im selben Verein Fussball gespielt haben. Jetzt kicken sie keine Bälle mehr über den Rasen, dafür schieben sie Gesangs- und Instrumentspuren über den Bildschirm. Mit ihrem Mix aus Triphop, Soul und dezenten elektronischen Sounds haben sie schon als Support für Loyle Carner und Nilüfer Yanya gespielt. Nach einer Handvoll EPs und Singles veröffentlichen sie jetzt ihr Debütalbum “Home For Now”, auf dem Travis alle Instrumente spielt und die Stücke auch produziert hat, während Andersen mit ihrer sanften Stimme sehr persönliche Texte von Liebe und Freundschaft vorträgt – intim, melancholisch, tröstend.

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Long Tall Jefferson – Cloud Folk

Long Tall Jefferson ist das Projekt des Schweizer Songwriters Simon Borer. Der hat sich in den letzten Jahren einen Namen als ernstzunehmender Folkie gemacht, mit gezupfter Gitarre und Songs die z.B. “Yonder is a mountain” heißen. Die kuscheligen Folkschablonen waren ihm nach zwei Alben doch ein bisschen zu eng und er hat sich ein neues Genre ausgedacht, das er “Cloud Folk” nennt. Und so heißt auch seine dritte Platte. Borer arbeitet jetzt mit Beats, Hall, Autotune und Synthie-Geplucker. Das macht er nuanciert und mit Bedacht und holt den Folk ein Stückchen aus seiner Wald- und Wiesenschublade heraus.

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Various Artists – Wir müssen hier raus (Eine Hommage an Ton Steine Scherben & Rio Reiser)

Ton Steine Scherben war die erste deutsche Rockband, die mit deutschen Texten offen Systemkritik betrieb und sich in der nachkriegsmiefigen Atmosphäre sehr unverblümt Luft machte. Sie lieferten den Soundtrack zu den Studentenrevolten der späten 1960er und der linken Anarchoszene bis in die frühen 1980er. Nach ihrer Auflösung 1985 machte Sänger Rio Reiser Karriere und veröffentlichte seine bekanntesten Songs wie „Junimond“ und „Der König von Deutschland“. Bis heute ist Reiser für viele deutsche Musiker eines der wichtigsten Vorbilder. Anlässlich seines 70. Geburtstages (der im Januar gewesen wäre) haben Musikerinnen und Musiker auf “Wir müssen hier raus (Eine Hommage an Ton Steine Scherben & Rio Reiser)” ihre liebsten Scherben bzw. Rio-Songs gecovert, darunter Die Sterne, Fettes Brot und Gisbert zu Knyphausen. Ein guter Einblick in das Werk dieses westberliner Kulturguts.

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Neu auf der Playlist

AnnenMayKantereit – Gegenwart

AnnenMayKantereit ist die wohl erfolgreichste deutsche Indieband. “Alles nix konkretes”, ihr erstes Major-Album aus 2016 war 178 Wochen in den Charts. Zeitweise parallel dazu auch ihr zweites Album “Schlagschatten”, das sich ebenfalls zwei Jahre in den Top 100 hielt. Diese Woche haben AnnenMayKantereit ihr Überraschungsalbum “12” veröffentlicht. Es ist im Schockzustand der Pandemie entstanden und die Gegenwartsanalyse ist dominantes Thema. Oft braucht eine verlässliche Analyse aktueller Geschehnisse ein wenig zeitlichen Abstand. Aber ein Track wie “Gegenwart” wird als Momentaufnahme inmitten der brach liegenden Vergnügungsbranche dennoch vermutlich gut altern.

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Son Lux – Prophecy

Son Lux ist vor allem das Projekt des Komponisten und Multiinstrumentalisten Ryan Lott. Allerdings lief die Arbeit mit den Livemitgliedern Rafiq Bathia und Ian Chan so gut, dass die beiden (für Gitarre, Drums und Mitproduktion) schon seit 5 Jahren fest zur Band gehören. “Experimentelle Beichstuhlmusik” hat der Deutschlandfunk die Musik von Son Lux genannt, weil ihr Avantgarde-Pop eine sehr intime und fast mystische Qualität hat. Die Themen, mit denen sich Son Lux auseinandersetzen handeln von Identität, von Unausgeglichenheit, Disruptionen und dem Neudefinieren von Grenzen und Zielen. Und dieser verspulte und abstrakte Geist der Band ist gut zu hören im quälend schleppenden “Prophecy”.

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Broncho – Friends

Broncho sind eine Band aus Oklahoma. Der Tenor bei Rezensenten und Rezensentinnen ist oft: Broncho sind keine riesengroße Band, aber eine gute. Angefangen haben sie mit eher punkigen Gitarren, sich dann aber schnell in Richtung Indie-Pop entwickelt. Der landet häufiger in HBO Fernsehserien wie “Girls” oder Werbespots. Und damit sie nicht zur reinen, bandgewordenen Reklametafel werden, engagieren sie sich in der Corona-Pandemie für ein Bildungszentrum in ihrem US-Bundesstaat. “Friends” erscheint als ihr Beitrag zum Benefiz-Album für die Kreativeinrichtung SixTwelve und ist ein Lofi-Bedroompop-Song, der eine tröstliche und selbstvergewissernde Note hat. Was gute Freunde halt so für und mit einem machen.

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